Was aus den alten Pöhler Schiffen wurde

Auflösung Fotorätsel 1158: Vier Namen der ersten Schiffe auf der Talsperre Pöhl waren gefragt. Das wussten dieses Mal nur wenige.

Pöhl.

Es war ein Ereignis, als 1966 im April auf dem Pöhler Meer das erste Fahrgastschiff auf Jungfernfahrt ging. Obwohl dieses Schiff längst keine Jungfer mehr war, denn schon 1890 war es bei Berlin erstmals zu Wasser gelassen worden. Für die Talsperre Pöhl wurde es wieder aufgemöbelt und bekam den Namen "Triebtal". Die Feierlichkeiten gingen über das Maß hinaus und wurden sogar mit der Nationalhymne eingeleitet. Die Leute standen am Ufer und winkten den Passagieren zu als ginge es auf große Fahrt nach Amerika.

Der damalige sowjetische Stadtkommandant, der zur Einweihungsfeier eingeladen war, fragte etwas ungläubig, nachdem das Schiff schon eine Weile auf der Pöhl kreuzte, wann denn das neue Schiff nun endlich in Sicht käme. Er war aus seiner Heimat um dem Baikalsee gewohnt, dass Schiffe wie Schiffe und nicht wie eine Nussschale aussehen. Er glaubte, die "Triebtal" wäre lediglich ein Zubringerboot zu einem größeren Schiff.

Das kam erst zwölf Jahre später als "Pöhl" auf dem Landweg nach einer tagelangen Fahrt aus der Yachtwerft Berlin nach Plauen und erreichte die Stadt am Stadtwald. Bergab bog damals der Schwerlast-Transport in die Hans-Sachs-Straße ein. Über die Seume- und Haselbrunner Straße fuhr der Tieflader im Wema-Gelände über die Bahnlinie zur Klopstockstraße. Dann ging es über die Chrieschwitzer Straße in Richtung Möschwitz und weiter bis zum Stausee. Ein Riesenaufwand!

Unsere Frage an die Rätselgemeinde, die Namen der fünf Kähne zu nennen, die vor der damals neuen "Pöhl" (1977) und "Plauen" (1980) auf der Pöhl schwammen, ging ziemlich ins Leere. Nur wenige Leser haben geschrieben, dass es sich um die "Triebtal" die "Elstertal", die "Vogtland", die "Jocketa" (vorige Woche im Bild) und die "Jörg" handelte. Vier dieser Namen sollten zur Lösung des Rätsels aufgezählt werden. Einst umjubelt, sind sie fast schon wieder vergessen.

Die "Triebtal" wurde nach der Ausmusterung als Werkstatt benutzt, die "Elstertal" ging am Steg über Nacht unter, die "Vogtland" wurde bei Altensalz an Land gesetzt, die "Jocketa" verkauft und die "Jörg" am Ufer der Talsperre auf dem Trockenen zu einem Vereinslokal ausgebaut. Nur die inzwischen auch schon in die Jahre gekommenen Fahrgastschiffe "Pöhl" und "Plauen" drehen noch ihre Runden und sind mit ihren 83 Innen- und 60 Sonnendeckplätzen so beliebt wie in den Anfangsjahren. Stolz tragen sie am Heck unter der Flagge der Bundesrepublik Deutschland den Namen des Heimathafens: Möschwitz.

Gewonnen hat Gert Werner aus Plauen. Seine Einsendung wurde für den Gewinn des Buches unseres Sportreporters Monty Gräßler über die außergewöhnliche Karriere des Box-Weltmeisters Markus Beyer ausgelost. Das Buch kann in der Lokalredaktion Plauen, Postplatz 7, abgeholt werden. In der Ausgabe morgen gibt es eine neue Folge des Fotorätsels.

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