Wird aus der "Mücke" etwa ein Elefant?

Der Streit um Sach- und Betriebskosten für Kinder- und Jugendhäuser ist vorläufig beigelegt. Doch offenbar droht in Plauen schon neues Ungemach.

Plauen.

Als das Plauener Kindercafé "Mücke" kurz vor Weihnachten seine Schließung ab Jahresbeginn ankündigte, war die Aufregung groß. Für einige Kinder- und Jugendhäuser der Region war zu dem Zeitpunkt unklar, wer ihnen im neuen Jahr ihre Sach- und Betriebskosten finanziert. Rechtlich ist der Vogtlandkreis zuständig. Doch der verließ sich bisher auf die 50-prozentige Mitfinanzierung durch Kommunen. Als die gekappt wurde, behielt der Kreis sein Budget bei. Ergebnis: Träger konnten die Gesamtfinanzierung nicht nachweisen, der Kreis stellte ihre Förderanträge zurück.

Jetzt ist der Streit vorläufig beigelegt. Die Stadträte stimmten diese Woche dem ausgehandelten Kompromiss einmütig zu. Demnach verdoppelt das Landratsamt 2020 Sach- und Betriebskostenpauschalen. Die Stadt finanziert das verbleibende Defizit von 36.000 Euro vor. Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) betonte, dass es sich um eine Vorfinanzierung handelt. Die Stadt gehe davon aus, dass der Kreis noch 2020 generell in der Finanzierung der Jugendarbeit nachbessere.

Sprecher aller Fraktionen begrüßten das Ergebnis. Als größte Stadt im Vogtlandkreis habe Plauen besondere Leistungen im sozialen Bereich zu schultern, erinnerte Zenner: "Wir haben den höchsten Anteil an Migranten, den höchsten Anteil an Sozialleistungen und Transferempfängern. Der Landkreis muss erkennen, was das Oberzentrum für die Region leistet."

Aktuell hat das Kreisjugendamt eine Umfrage in Jugendhäusern zur Bedarfsermittlung initiiert. Zenner beugte bereits vor: "Wir brauchen alle unsere Einrichtungen. Wir lassen uns nicht vorführen. Wir sind konkret in unseren Aussagen und bleiben hartnäckig in der Sache." Die "Mücke" habe zurecht aufmerksam gemacht, dass das Verhalten des Landkreises "nicht tragbar" war.


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