27 Spender werden auf Klinkern verewigt

"Jahrhundertschritt": OB fährt zum Ziegelprägen in die Nähe von Nordhorn

Reichenbach.

Wenn am 28. November der neu gestaltete Solbrigplatz in Reichenbach eingeweiht wird, soll dort auch ein besonderes Kunstwerk zu finden sein. Der letzte noch verfügbare Bronzeguss der Plastik "Der Jahrhundertschritt" des verstorbenen Reichenbacher Ehrenbürgers und international bekannten Malers, Grafikers und Bildhauers Wolfgang Mattheuer (1927- 2004) wird im Verweilbereich in der Platzmitte aufgestellt.

Die Plastik ist 2019 von der Stadt Reichenbach für 180.000 Euro angekauft worden. Den Beschluss dazu hatte der Stadtrat bereits am 9. Oktober 2017 gefasst. Insgesamt gingen dafür bisher 130.258,70 Euro an Spenden, Sponsoringleistungen und Fördermitteln ein.

Zum Dank an alle Spender und Sponsoren, die mindestens 500 Euro zum Ankauf beigetragen haben, hat sich die Stadt etwas einfallen lassen: In einige der aus Beton gegossenen Sitzelemente, die den Aufstellort umgeben, werden Klinkersteine mit den Namen und teils auch den Logos der Spender eingelassen.

Hergestellt und gespendet werden die Ziegel von der Firma Deppe Backstein-Keramik aus Uelsen in der Nähe der Reichenbacher Partnerstadt Nordhorn in Niedersachsen. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) fährt dazu kommenden Donnerstag und Freitag in die Partnerstadt, teilt Pressesprecherin Heike Keßler mit. Der OB werde gemeinsam mit dem Nordhorner Bürgermeister Thomas Berling die Namen der Spender, Sponsoren und Förderer in die Rohziegel drücken. Unterstützt werden sie von den Partnerschaftskomiteevorsitzenden beider Städte, Chris-Dore Trampel und Achim Haming. Insgesamt werden 27 Ziegel geprägt. Für Firmenlogos und Stadtwappen wurden dabei besondere Stempel angefertigt. Die Kunststoff-Unikate aus dem 3D-Drucker konstruierte und fertigte die Schlosserei Päßler aus Zwickau.

Die Plastik "Der Jahrhundertschritt" hatte Wolfgang Mattheuer 1984 geschaffen. Sie gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke der DDR zu Zeiten der deutschen Teilung und ist eine Parabel auf die Zerrissenheit des 20. Jahrhunderts.

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