A 72-Schafe waidmännisch erlegt

Ein Jäger hat das seit Wochen für Aufsehen sorgende Trio in Absprache mit dem Halter geschossen. Die Tierschutzpartei kritisiert die Maßnahme.

Reichenbach.

Die drei seit Monaten an der Autobahn-Anschlussstelle Reichenbach freilebenden Soay-Wildschafe sind tot. Der Halter der im Mai aus seiner Herde in Schönbrunn ausgebüchsten Tiere bestätigte am Montag den Abschuss des Trios. Demnach hat ein damit betrauter Waidmann bereits in der Vorwoche Erfolg gehabt. Das Landratsamt bestätigte, dass die für den Abschuss erforderliche Genehmigung vorlag und "die Tiere waidmännisch erlegt wurden".

"Mir ging es nicht darum, die Tiere unbedingt zu schießen. Sie haben aber in unmittelbarer Nähe zur Autobahn und zur Bundesstraße ein Risiko für den Straßenverkehr dargestellt, deshalb musste ich handeln", sagt André Ludwig. Der Hobby-Tierhalter hält die Soay-Wildschafe für den Eigenbedarf und damit für den Verzehr. Zwei der Tiere waren am 1. Mai über einen 1,50 Meter hohen Zaun gesprungen und hatten sich in ein kleines Waldstück an der A 72 zurückgezogen. Dort kam offenbar das dritte Tier im Bunde zur Welt. In den Abendstunden war das Trio über Wochen beim Grasen an einem Hang der Autobahnbrücke zu beobachten gewesen.

Der Abschuss der Tiere ist indes auch dem Landesverband der Tierschutzpartei nicht verborgen geblieben. In einer Pressemitteilung kritisiert der Vorstand die Maßnahme. "Wir sind sehr enttäuscht, dass hier keine andere Lösung gefunden wurde und die wohl einfachste und schnellste Methode zum Einsatz kam", schreibt Vorstandsmitglied Alice Bretschneider. Die Partei hatte jüngst den Einsatz eines Betäubungsgewehrs angeregt, um der Tiere lebend habhaft zu werden.

Der Halter hatte jüngst betont, mehrere Versuche zum Einfangen seiner Tiere unternommen zu haben. Doch weder mit Lockfutter oder mit dem Einsatz von Elektrozäunen waren die Schafe auszutricksen. Ein Schäfer aus der Region hatte sogar ausgeschlossen, die Schafe mit erfahrenen Hütehunden einfangen zu können.

Der Abschuss der Tiere erfolgte jetzt erst, da es sich bei den Soay-Wildschafen nicht um Wildtiere handelt und somit eine Genehmigung für die Jagd auf sie vorliegen muss. Zur Beschleunigung der Bemühungen um eine Abschussgenehmigung dürfte auch die häufige Präsenz der Polizei an Ort und Stelle gesorgt haben. Immer wieder hatten Streifenwagen an der Anschlussstelle gehalten, waren Beamte an dem Feld oberhalb des Hanges beobachtet worden.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...