Altrocker und Nachrücker: Fans feiern Musik von Greatful Dead

Ein Festival ging in der Herberge Schneidenbach über die Bühne. Freunde psycheldischer Musik kamen von weit her.

Schneidenbach.

Aus ganz Deutschland und der Schweiz sind die Besucher des IV. Summerspecials Playing in the Band angereist. Trotzdem ging es sehr familiär zu, denn die Liebhaber der Band Grateful Dead sowie ähnlicher psychedelischer Musikstile kennen sich und die Veranstalter Beate und Gerd Baumann. Sie begegnen sich auch bei anderen Festivals.

"Wir haben Baumanns in Rudolstadt getroffen, weil wir im gleichen Hotel übernachteten. Dorthin fahren wir seit zehn Jahren und haben gehört, wie andere vom Festival hier geschwärmt haben. Da wollten wir uns die Alt-Hippies einmal anschauen", sagte Tina Voß, die mit Ehemann Micha aus Hamburg angereist ist. Mit knapp 50 gehört sie zu den jüngeren Teilnehmern. "Ich mag nicht jeden Song von Grateful Dead, aber die Bands hier bieten ja auch noch etwas anderes", ergänzt ihr Mann. Neben dem Festival begeisterten sie sich "für die wunderschöne Gegend hier und für die vielen alten Villen", die sie auf der Durchfahrt durch Greiz gesehen haben. Deshalb planten sie noch einen Abstecher dorthin und zur Göltzschtalbrücke.

Wilfried Abe aus Neumark hatte eine kürzere Anreise. Er freute sich, dass er es endlich einmal zum Sommerspecial geschafft hat. Sonst ist er eher bei den von Baumanns organisierten Malzhaus-Veranstaltungen zu Gast. Daher kennt er auch den Thüringer Tim "Doc Fritz" Liebert. "Er ist in der Region eine Instanz. Ich vertraue darauf, dass auch die anderen Musiker gut sind", sagt Wilfried Abe und erfährt so ganz nebenbei von Moro und Ulrike aus Chemnitz, dass sie den markant aussehenden Neumarker mit seinen grauen Haaren aus der Stammlocation St. Barbara in Lichtentanne kennen, aber dort noch nie mit ihm ins Gespräch kamen. Das wurde in Schneidenbach nachgeholt.

Tom Machoy stammt aus Sachsen und lebt in Schleswig-Holstein. Reichenbach kannte er schon - von einem Besuch im Bergkeller und beim ersten Artrock-Festival, damals noch in der Kartbahn an der Heinsdorfer Straße. "Wahnsinn, was hier alles los ist", sagte er. Zum Festival in Schneidenbach kam er über Begegnungen bei anderen Events. Und weil sich Gäste auch gern selbst bei der Veranstaltung einbringen, hat der Buchhalter eine Beach-Flag mit Grateful-Dead-Motiv mitgebracht. Außerdem hat er ein Tuch mit Bärchen-Motiven seiner Lieblingsband aufgehängt. Andächtig standen die Besucher mit 3-D-Brille davor und ließen sich in den Sog des spiralförmigen Druckes ziehen. "Hier ist kein Mainstream, nicht das, was man im Radio hört. Es treten gute Künstler auf, die zu wenig Beachtung finden", ist er sicher.

Und während sich Teilnehmer und Veranstalter wie alte Bekannte in die Arme fielen, spielte Tim "Doc Fritz" Liebert seine Songs zur Gitarre - bis Thomas "Fips" Bartlog mit seiner E-Geige vom Technikzelt aus auf die Bühne sprang und zu Lieberts Musik Geigenklänge improvisierte. "Ich konnte nicht anders, ich musste mitspielen", gestand der Limbacher, der hier für Rockwurst und auch als Musikschullehrer bekannt ist. Das Publikum bejubelte Spontaneität und Improvisationsvermögen.

Die Veranstaltung Playing in the Band hat sich mittlerweile einen Namen gemacht. Die Teilnehmer loben die entspannte Atmosphäre und die herzliche Aufnahme beim Herbergsehepaar Bögel, das sich um die Versorgung der Besucher kümmerte. www.germanheads.de

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