Auf schiefer Bahn: Zwei junge Treuener vor Gericht

Einer der Angeklagten soll versucht haben, mit einer Wodkaflasche nach Polizisten zu schlagen

Treuen/Auerbach.

Bereits der Prozessauftakt warf kein gutes Licht auf die Angeklagten (beide 19): Der eine tauchte nach einem Anruf verspätet auf - angeblich hatte er sich den Termin falsch notiert. Der andere rief kurz vorher mit unterdrückter Nummer bei Gericht an und behauptete, wegen des Sturmtiefs sei der Bus von Treuen nach Auerbach ausgefallen, fahren könne ihn auch niemand. Wenig später wurde er in Handschellen vorgeführt.

Der gravierendeste Anklagepunkt ist ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte: Vor einem Jahr hatten sie auf dem Bismarckplatz zunächst Polizeibeamte beleidigt und waren dann ausgerissen - das gaben sie zu. Unklar ist, was geschah, als sie nach kurzer Verfolgungsjagd gestellt wurde.

Laut Staatsanwalt versuchte einer der Männer, mit einer vollen Wodka-Flasche nach einem Polizisten zu schlagen. Dessen Kollege habe dies gerade noch verhindert. Allerdings konnte der angeblich Attackierte dies so nicht bestätigen. Er sah nur jemanden kommen und hörte die Flasche auf dem Boden klirren. Der zweite Polizist, der dem jungen Mann die Flasche aus der Hand schlug, konnte noch nicht vernommen werden. Beide Angeklagte bestreiten, dass es einen versuchten Angriff gab. Wenn dieser Vorwurf vielleicht nicht zu halten ist, könnten die Angeklagten am Ende wegen Bagatellen hinter Gittern landen. Da geht es um gestohlene Kinderschokolade, Schwarzfahrten, das demolierte Mobiliar einer Gartenlaube. Das wird brisant, weil die Männer zur Tatzeit unter Bewährung standen. Beide haben ein für ihr Alter relativ langes Vorstrafenregister: Drogendelikte, Sachbeschädigung (etwa am Perlaser Turm), Diebstähle, Hausfriedensbruch. Am 2. März wird der Prozess fortgesetzt, dann soll ein Urteil fallen. (bap)

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