Bauen in Lengenfelds Mitte

Autofahrer müssen sich für sieben Wochen auf Einschränkungen am Marktplatz einstellen. Das längere Warten auf die letzte Sanierungsetappe brachte auch Vorteile.

Lengenfeld.

Auf dem Marktplatz in Lengenfeld legen nach Ostern letztmalig Bauarbeiter Hand an. Die Weststraße im unteren, auf den Markt einmündenden Teil, wird dafür gesperrt. Das gab die Verwaltung zur Stadtratssitzung bekannt. Auch die Hauptstraße vor dem Rathaus gehört zum dritten und letzten Bauabschnitt. Bis 8. Juni sollen die Arbeiten dauern. Währenddessen wird die schmale Umfahrung zwischen Jugendklub und Tischendorfhaus geöffnet, um zumindest den Fahrern mit Ortskenntnis aus Wolfspfütz und Anwohnern der Weststraße einen fast drei Kilometer langen Umweg ins Stadtzentrum zu ersparen.

Die seit 2017 mit Unterbrechung laufenden Umbauarbeiten gehen somit in die letzte Etappe. Das letzte verbliebene, etwa 300 Quadratmeter große Teilstück musste warten, weil die Volkssolidarität voriges Jahr in diesem Kreuzungsbereich das Eckhaus, den alten Milchhof, zu einem Wohnhaus für Senioren umbaute und dabei Teile der Straße nutzte. Ein vorheriges Fertigstellen hätte ein neuerliches Öffnen der Fahrbahndecke nach sich gezogen.

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Die Verzögerung hat auch Vorteile. Die Stadtverwaltung kann nun günstigere Fördermöglichkeiten nutzen, bei denen es 80 Prozent Zuschüsse gibt. Aus diesem Grund bildete das Bauamt einen neuen dritten Abschnitt, ließ eine neue Kostenschätzung erarbeiten und schrieb neu aus.

Da die geschätzten Kosten mit 140.000 Euro etwa 10.000 Euro unter der Obergrenze für beschränkte Ausschreibungen blieben, nutzte die Verwaltung dieses Verfahren und forderte Firmen aus der Region zur Angebotsabgabe auf. Den Auftrag erhielt die Firma Hoch- und Tiefbau Reichenbach. Deren Angebot liegt bei rund 145.500 Euro.

Die jetzt 80-prozentige Förderung nimmt sich gegenüber der alten Variante komfortabel aus. Ursprünglich förderte der Freistaat derartige Bauvorhaben mit einem festen Satz von 150 Euro pro Quadratmeter. Lengenfeld und andere Kommunen protestierten im sächsischen Innenministerium gegen diese von 2007 stammende Verwaltungsvorschrift. Gestiegene Baukosten erhöhten bei gleichbleibender Förderung den Eigenanteil der Kommunen gewaltig.

Die Anpassung der Förderrichtlinie auf 250 Euro an Zuschüssen pro Quadratmeter verbesserte die Situation, konnte in Lengenfeld die Finanzlücke aber nicht ganz schließen. Da fährt die Kommune mit der neuen Regelung deutlich besser.

Nach Abschluss der Bauarbeiten seien Gespräche mit der Arbeitsgruppe Marktplatzgestaltung geplant, um eine endgültige Lösung für die Verkehrsführung zu erarbeiten. Mehrfach hatten Stadträte angeregt, die alte Variante wieder herzustellen. Es war möglich, von der Weststraße aus nach links und nach rechts abzubiegen. Derzeit ist nur das Rechtsabbiegen drin.

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