Diesmal gibt's Präsente to go

Die Weihnachtsfeier im Leuchtturm fällt aus. Deshalb kommt der Leuchtturm zu den Kindern - auch zu solchen, die nicht damit rechnen konnten.

Reichenbach.

Im Reichenbacher Leuchtturm ist das große Packen angesagt. Wie jedes Jahr um diese Zeit. Doch diesmal mischt sich in die damit einhergehende Vorfreude auf die Freude anderer an Heiligabend eine nicht gekannte Traurigkeit. "Diesmal sitzen wir Weihnachten eben nicht zusammen. Das fällt uns allen schwer. Den Erwachsenen können wir das erklären, den Kindern nicht", sagt Annemarie Schramm. Die Vorsitzende des sozialen Vereins hat die Leuchtturm-Weihnachtsfeier coronabedingt abgesagt. Damit legt eine seit mehr als 20 Jahren von vielen Spendern unterstützte Tradition eine unfreiwillige wie notwendige Pause ein.

Doch die betrifft lediglich das gemeinsame Fest am 24. Dezember, betont Annemarie Schramm. Verein und Spender waren sich schnell einig, die Bescherung nicht ausfallen zu lassen. Und so gibt's am vierten Advent oder in den Tagen vor dem Fest Präsente to go. "Wir wissen noch nicht genau, wann wir die Pakete ausfahren. Wir müssen uns ja auch hinsichtlich der Coronaauflagen absichern", sagt Annemarie Schramm. In jedem Fall werden die Geschenke an der Wohnungstür unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln an die vom Verein betreuten Kinder übergeben. Ein paar herzliche Worte dazu, dann geht's zu nächsten Bescherung.

Die Runde führt die Leuchtturm-Wichtel durch Reichenbach und Umgebung bis hin nach Werdau. An alle der mehr als 20 Leuchtturm-Kinder ist gedacht, auch die vom Verein in vielerlei Hinsicht unterstützten erwachsenen Besucher der sozialen Einrichtung sind nicht vergessen. "Ihnen gehen individuell gestaltete Weihnachtskarten zu. Präsente für sie zu besorgen und auszufahren, das würde unsere derzeitigen Kapazitäten übersteigen. Wir holen die Bescherung in einer Feier bei uns nach, sobald das die Lage zulässt", sagt Annemarie Schramm und zollt den Leuchtturm-Spendern ausdrücklich großes Lob.

"Trotz Corona haben uns wieder viele Privatpersonen und andere Initiativen geholfen." Zum Beispiel Schüler und Eltern der vierten Klassen der Neuberin-Grundschule. Zwei Kisten mit Geschenken waren das Ergebnis einer Sammelaktion in der Schule. Andere Reichenbacher mit Herz haben sich die Wunschzettel der Leuchtturm-Kinder aus dem Vereinssitz geholt und selber Pakete gefüllt und liebevoll verpackt. "Darunter sind sogar Menschen, die weggezogen sind, uns aber dennoch nicht vergessen haben", berichtet Annemarie Schramm. Der Verein konnte zudem auf Geldspenden zurückgreifen, von denen Geschenke gekauft wurden.

Süßes, Spielzeug und Co. finden sich indes auch in Weihnachts-Paketen, deren Empfänger ganz und gar nicht mit solch einer Überraschung rechnen konnten. "Wir beschenken auch Herrn Günthel und seine drei Mädels. Wir denken, das ist ganz im Sinne unserer Spender", sagt Annemarie Schramm im Hinblick auf die über die "Freie Presse"-Aktion "Leser helfen" bekanntgewordene Reichenbacher Familie. Da für den alleinerziehenden Vater die Anschaffung eines unter anderem für Fahrten zum Arzt benötigten Autos nicht drin ist, spenden viele Menschen für ein geeignetes Fahrzeug. Bis das gekauft werden kann, sorgt eine Reichenbacher Firma für schnelle Abhilfe.

Einen Bericht zur Spendenaktion für Familie Günthel lesen Sie auf Seite 13.

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