Dreckeck vor dem Paketzentrum: Unternehmer stinkt es gewaltig

Flaschen, Plastik, Klopapier - das, und noch viel mehr liegt neben der Straße am Frachtzentrum der Post in Neumark. Die Firma gelobt Besserung. Nicht zum ersten Mal.

Neumark.

Peter Sack kennt die wilde Müllkippe neben der Neuen Poststraße mittlerweile zur Genüge. Immerhin fährt er regelmäßig dran vorbei. Aber das macht es für ihn nicht besser. "Ich will mich gar nicht daran gewöhnen", sagt der Unternehmer, der nur wenige hundert Meter entfernt eine Zimmerei und Trockenbaufirma betreibt. "Und ich will nicht akzeptieren, dass man einfach nichts dagegen tun kann."

Direkt gegenüber dem großen Paketzentrum in Neumarks Gewerbegebiet parken Tag und Nacht jede Menge Laster, die Fracht zum Verteilzentrum der Deutschen Post bringen oder sie von dort abholen. Die Fahrer müssen meist lange ausharren, bis sie an der Reihe sind. In dieser Zeit essen sie, trinken sie - und müssen austreten. Flaschen, Dosen, Verpackungen landen in Büschen und Feldern direkt neben den Lastwagen. Auch jede Menge Toilettenpapier ist dort zu finden - womit geklärt ist, wo die Fahrer aufs Klo gehen. "Die Fahrer sind zwar nicht bei der Post angestellt, sondern arbeiten als Subunternehmer", sagt Firmenchef Sack. "Aber auf meinen Baustellen bin ich schließlich auch für meine Subunternehmer verantwortlich. Das erwarte ich von der Post ebenfalls."

Dort räumt man Sorgen mit Müll und Kot durchaus ein. "Das Problem ist bekannt", sagt Pressesprecher Mattias Persson. "Eigentlich reinigen wir das Areal zweimal in der Woche. Vielleicht reicht das aber nicht. Wir werden die Fahrer noch mal für das Thema sensibilisieren." Möglicherweise seien außerdem die aufgestellten Papierkörbe zu klein. Und dann wolle man dafür sorgen, dass die Fahrer im Frachtzentrum ordentlich auf Toilette gehen können.

Allerdings gelobt die Post nicht zum ersten Mal Besserung. 2014/2015, als die Post ihr Frachtzentrums erweiterte, wurde schon einmal massive Kritik laut - wegen genau der gleichen Missstände wie heute.

"Wir bemühen uns seit Langem um eine Verbesserung", bestätigt Neumarks Bürgermeister Ralf Fester (FDP). Bislang jedoch ohne Erfolg. Auch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), so Fester, habe sich in das Thema eingeklinkt. Damals habe sogar die Drohung im Raum gestanden, das Parken neben der Neuen Poststraße komplett zu verbieten. Soweit ist es jedoch nie gekommen. Mittlerweile verweist das Lasuv bei dem schmutzigen Thema an das Landratsamt. Die Straßenmeisterei Reichenbach habe in den ersten Jahren den Dreck weggeräumt, kontert Pressesprecher Uwe Heinl. "Da der Zustand durch Müll und Fäkalien aber immer unerträglicher wurde, war es aus gesundheitlichen Gründen und Arbeitsschutzgründen nicht mehr zu verantworten, unsere Mitarbeiter dies tun zu lassen." Bei mehreren Gesprächen zu diesem Thema habe sich außerdem das Lasuv dazu verpflichtet, an einer Lösung mitzuwirken.

Der Unternehmer Peter Sack hat dieses Behörden-Pingpong gründlich satt. Er will einfach, dass es am Frachtzentrum endlich sauberer wird. Sack: "Wie soll ich meinem Enkelkind beibringen, dass es bei mir im Hof sein heruntergefallenes Papier aufheben muss, wenn bei der Post alles liegen bleiben darf?"

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