Ein Lied für den Pfarrer zum Abschied

Für Frank Pauli steht ein Wechsel des Kirchspiels an. Zur Verabschiedung in der Kirche in Waldkirchen gab es ein besonderes Geschenk.

Waldkirchen.

Mit einem von Kirchenvorsteherin Daniela Brunner selbst geschriebenen Lied auf einer Reinhard-Mey-Melodie verabschiedeten am Sonntag die Mitglieder des Kirchspiels Waldkirchen-Irfersgrün ihren Pfarrer Frank Pauli. Nach acht Jahren Dienst in der Gemeinde wechselt er nach Zwickau-Nord. Zum dortigen Kirchspiel gehören fünf Kirchgemeinden. Damit kehrt der 39-Jährige in seine Geburtsstadt zurück.

So hieß es nun Abschied nehmen für Pfarrer Pauli, seine Frau Melanie und die beiden Söhne von ihrem gewohnten Umfeld. Superintendent Eckehard Graubner aus Auerbach zum Verabschiedungsgottesdienst am Sonntagnachmittag: "Es ist ein normaler Vorgang, dass ein Pfarrer nach ein paar Jahren die Stelle wechselt." Er wollte damit gleichermaßen Gerüchten und Spekulationen über den Weggang Paulis entgegentreten und die Frage nach dem Warum beantworten. Eine Veränderung sei für beide Seiten gut, für die Gemeinde und für den Pfarrer, so Graubner. Deshalb unterstütze die Landeskirche solche Wechsel. Die Aufgabe des Superintendenten bestand darin, während des Gottesdienstes am Sonntag Pauli quasi offiziell von seinen Verpflichtungen zu entbinden und den Gottesdienst zu Ende zu führen.


Der scheidende Pfarrer verzichtete auf eine Bilanz der ersten acht Jahre seines beruflichen Wirkens. Ihm waren an diesem Nachmittag die Zwischenräume wichtig, die Bereiche, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Himmel und Erde. Für ihn bedeutet das, ein Mittelmaß finden zwischen dem Blick zurück und dem Blick nach vorn.

Graubner erklärte der Gemeinde den Sinn des Wechsels. Jeder Pfarrer handle nach seinen Gaben und Vorlieben. Mit einem Teil der Gemeindeglieder verstehe er sich gut, die Chemie stimmt. Mit anderen sei das Verhältnis nicht so gut, weil manche Mensch eben naturgemäß nicht so gut miteinander können. So biete der Wechsel die Chance, dass ein neuer Pfarrer mit anderen Stärken und Schwächen andere Themen fokussiert.

Die Losung des Sonntags gab Graubner seinem jungen Kollegen mit auf den Weg. Sie passte zum Thema des Nachmittags: "Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen." Pauli, der im Jahr 2011 als Berufsanfänger nach Waldkirchen kam, übernahm auch mehrere Jahre die Aufgaben des Jugendpfarrers für den Kirchenbezirk Auerbach wahr. Für sich zieht er eine positive Bilanz. Er habe sich in der Gemeinde wohlgefühlt. Es lief gut. Von der Kanzel aus nannte er die Gemeindeglieder in der fast voll besetzten Kirche "meine Lieben". Egal, wohin ihn das Leben nun trage: "Ihr bleibt meine erste Gemeinde, mit der ich viel erleben durfte."

Dem offiziellen folgte der gesellige Teil. Bei schönstem Sonntagswetter versammelten sich die Gläubigen aus Waldkirchen, Irfersgrün, Pechtelsgrün, Schönbrunn, Oberheinsdorf und Hauptmannsgrün, die alle zum Kirchspiel gehören, unter den großen Bäumen an der Kirche zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Händeschütteln, Umarmungen und beste Wünsche für die Zukunft gaben die Gemeindeglieder ihrem scheidenden Pfarrer zudem mit auf den Weg.

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