Finanzierung steht für neue Postmeilensäule

Mit dem Einsatz von Spenden und Fördergeld soll das Vorhaben über die Bühne gebracht werden. Ein Bruchstück des historischen Originals konnte gefunden werden.

Lengenfeld.

Knapp 7400 Euro an Spendengeld ist in den zurückliegenden Monaten für den Neubau der Postmeilensäule in Lengenfeld eingegangen. Das historische Bauwerk, das Reiseentfernungen angibt, soll künftig als ein originalgetreuer und etwa fünf Meter hoher Nachbau auf dem Marktplatz aufgestellt werden.

Auf etwa 30.000 bis 40.000 Euro werden die Kosten für das Vorhaben geschätzt. Genaue Zahlen will der Lengenfelder Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) den Stadträten noch vorlegen. Die Ausschreibung für die Arbeiten läuft und die Finanzierung ist gesichert.

Im vorigen Jahr erhielt die Lengenfelder Stadtverwaltung vom sächsischen Innenministerium die Auskunft, dass eine solche Postmeilensäule als so genanntes Schmuckelement über das Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" zu 80 Prozent der Kosten förderfähig ist. "Die Spendengelder wollen wir als Eigenmittel verwenden. Mit der Postmeilensäule entsteht ein Gemeinschaftsprojekt der Lengenfelder Bürger, mit dem sie sich identifizieren können, weil sie es gemeinsam finanziert haben", beschreibt Volker Bachmann das weitere Vorgehen.

Die frühere Postmeilensäule, das Original, stand rund 100 Jahre auf dem heutigen Kirchplatz. Sie wurde vermutlich nach dem Jahr 1819 abgebrochen. Der heutige Kirchplatz war zur damaligen Zeit der Marktplatz. Der sächsische Kurfürst und spätere König von Polen, August der Starke, ließ während seiner Regierungszeit, die 1694 in Sachsen begann, die Säulen mit amtlichen Entfernungsangaben versehen und an allen wichtigen Handels- und Poststraßen des Kurfürstentums Sachsen aufstellen.

Mit der Einführung des noch heute gültigen metrischen Systems verloren die Postsäulen mit den Meilenangaben ihre Bedeutung und wurden abgebrochen. Eines dieser Bruchstücke entdeckten Mitarbeiter des Museums und Heimatforscher schon vor vielen Jahren im Sockel des alten Amtsgerichts, das heute als Wohnhaus dient.

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