Happy End kann jeder

Mobbing, Ausgrenzung und Erpressung: Am Beruflichen Schulzentrum haben Jugendliche erneut einen Film gedreht.

Reichenbach.

Anfang des Jahres floss am Beruflichen Schulzentrum Reichenbach bereits das Filmblut. Der Thriller "Der schwarze Mann" - der als Mobbing-Opfer auf einem Rachefeldzug sieben Mitschüler mit in den Tod nimmt - lief wenig später mit großem Erfolg an der Bildungseinrichtung und machte Appetit auf mehr. Bei Schule, Schülern und im Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal (SAEK) Plauen, der auch beim jetzt beendeten zweiten Kurzfilmprojekt am BSZ Film-Ideen der Jugendlichen aufgegriffen hat. "Auch diesmal geht es um Mobbing und Ausgrenzung, man kann das schon als Weiterführung des Januar-Projektes sehen", sagt Studioleiter André Zühlke vom SAEK, der im Auftrag der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien mit solchen Filmprojekten die Medienkompetenz junger Menschen stärkt.

Und die waren im Hinblick auf ihre Filmidee und deren Umsetzung vor und hinter der Kamera äußerst kreativ. Gedreht hat das Berufsvorbereitungsjahr Hauswirtschaft. Die 15 Schüler buchstabieren das in wohl jeder Schule existente Thema am Beispiel von zwei sich ablehnend gegenüberstehenden Schülergruppen durch; es geht Arm gegen Reich. Die Reichen, das sind die Alphatiere, den aus durchaus prekären Verhältnissen stammenden Armen mangelt es an Selbstbewusstsein. Die Spannungen entladen sich, als eine Erpressung aus dem Ruder läuft und auch die Lehrer versagen. Am Ende greifen Polizei und Gerichte ein - doch am Grundkonflikt ändert das nichts. "Happy End kann jeder. Wir wollten einen Film, der die Tatsachen zeigt", kommentiert Regisseurin Josephine Putze den Ausgang des etwa zehnminütigen Streifens.

Etwas anders liest sich das Fazit der einwöchigen Filmarbeit im Hinblick auf Filmcrew und Schauspieler-Ensemble selbst. Sophie Bauer: "Wir sind in dieser Zeit zusammengewachsen. Jeder geht besser mit dem anderen um. Wir sind selbstbewusster." Zum Beispiel Kameramann Jonny Meißner. Der Schüler hat sich so gut eingefuchst, dass er in Kürze beim SAEK ein dreiwöchiges Schnitt-Praktikum beginnt. André Zühlke sagt: "Jonny ist ein Naturtalent. Generell ist gut zu beobachten, wie sich Teamwork, eigenverantwortliches Handeln und Kritikfähigkeit verbessern. Damit nehmen die Jugendlichen besser präpariert ihre Ausbildung auf." Und das wird noch öfter der Fall sein. Die filmreife Zusammenarbeit zwischen BSZ und SAEK soll fortgesetzt werden.

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