Konzept bündelt Ansätze für eine fahrradfreundliche Stadt

Das Radverkehrskonzept für Reichenbach steht. Der Stadtrat hat es beschlossen. Seit vorigem Jahr gab es noch etliche Veränderungen. Ein erster neuer Radweg wird am 30. Oktober eingeweiht.

Reichenbach.

In und um Reichenbach sollen in Zukunft mehr Radfahrer unterwegs sein. Angestrebt wird ein Radleranteil von zehn Prozent. Das Radverkehrskonzept, das der Stadtrat am Montagabend beschlossen hat, versteht sich in diesem Kontext als Schritt hin zu einem fahrradfreundlichen Klima und zum verbesserten Schutz von Radfahrern. Es ist vordergründig ein Konzept für den Alltagsradverkehr, weniger für den Radtourismus.

21 Einbahnstraßen und 16 Fußwege sollen künftig für Radfahrer geöffnet werden. Neben dem Ausbau und Verbreitern von Straßen und Fußwegen sowie dem Markieren von Radschutz- und Radfahrstreifen wird 14-mal ein Neubau ins Auge gefasst.


Im Februar 2018 war die Ingenieurgesellschaft Projekta aus Auerbach mit der Erarbeitung beauftragt worden. Der Entwurf wurde im November im Ratssaal mit den Bürgern diskutiert. Nachbargemeinden, Behörden und Institutionen gaben ihre Stellungnahmen ab. "Am langwierigsten gestaltete sich die Abstimmung mit dem Vogtlandkreis, da einige unserer Punkte nicht mit dem vom Kreistag verabschiedeten Vogtlandkreis-Konzept konform liefen. Die Unstimmigkeiten konnten erst im Mai 2019 aus dem Weg geräumt werden", erklärt Baufachbereichsleiter Sven Hörning.

Wie Ralf Engelhardt von der Projekta erklärte, hat es seit November 2018 einige Änderungen im Konzept gegeben. Sie betreffen vor allem die Peripherie der Stadt. So wurde die Kreisstraße Mühlwand - Reichenbach als Nebennetz definiert. Querverbindungen zwischen Windmühlenweg und der Kreisstraße Cunsdorf - Brunn und weiter bis Kahmerer Straße wurden ebenso aufgenommen wie die Anbindung von Schönbrunn, zwei weitere Wegevarianten in Schneidenbach oder eine Verbindung zwischen Reichenbach und Schönbach. Beim Radweg "Rund um Reichenbach" wurde der Verlauf so angepasst, dass Mylau und Schneidenbach mit erreicht werden. Der Lückenschluss im Bereich des Gewerbegebiets Am Windrad ist noch zu finden. Neu ist auch eine Trasse von Brunn in Richtung Gottesgrün, um an den Radweg auf der ehemaligen Bahnlinie zwischen Greiz und Neumark anzubinden. Kostenschätzung, Anforderungen an Pedelec und E-Bikes und die Beschilderung für den Radverkehr runden das Werk ab.

Henry Ruß (Linke) begrüßte das Radverkehrskonzept. "Es liegt an uns, wie wir es in Projekte umsetzen", erklärte er und schlug vor, dass sich zur Ideenfindung alle Stadträte an einem Samstag aufs Rad setzen und losradeln sollten. Jörg Schaller (FDP) pflichtete dem bei. Veit Bursian (FDP) bedauerte, dass die Egersche Brücke in Mühlwand nur eine untergeordnete Rolle im Konzept spielt. Stephan Hösl (CDU) fragte nach Ladestationen für die E-Bikes. Laut Rolf Engelhardt betreffe das schon die Umsetzungsphase. Birgit Schaller (Gewerbeverein) meinte: "Wir werden alle staunen, wenn uns der erste Radfahrer auf der Einbahnstraße entgegenkommt." Sie forderte auch Fahrradständer, an denen man die teuren Räder anschließen kann. Auf Anfrage von Peter Tillack (Bitex) erklärte Engelhardt, dass Wegweiser die beste Werbung für das Radnetz sein werden.

Die Realisierung des Konzeptes hat punktuell schon begonnen. So wurden die Zenkergasse entgegen der Einbahnstraße und die untere Zwickauer Straße in Richtung Postplatz für Radfahrer freigegeben. "Für den 30. Oktober ist die Einweihung des neugebauten kombinierten Rad- und Fußweges auf rund 400 Metern zwischen Mosraberg und Dittesstraße in Oberreichenbach geplant", erklärt Sven Hörning.

Für das nächste Jahr seien weitere Öffnungen von Einbahnstraßen und Freigaben auf Gehwegen für den Radverkehr im Wasserturmgebiet und in Mylau vorgesehen, blickt er voraus. Bei der Erneuerung der Friedensstraße bis zum Herbst 2020 wird rechtsseitig in Richtung Zwickau ein Radfahrstreifen markiert. In Gegenrichtung von der Cunsdorfer in Richtung Greizer Straße soll der Gehweg für den Radverkehr freigegeben werden.

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