Konzept für Abriss und Rückbau soll entstehen

Altes Bahnbetriebswerk Reichenbach beschäftigt Technischen Ausschuss

Reichenbach.

Der Technische Ausschuss des Stadtrates hat am Montag über die Erarbeitung eines Abriss- und Rückbaukonzeptes für das ehemalige Bahnbetriebswerk Reichenbach zu befinden.

Vor drei Jahren, am 6. März 2017, hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, das 10,3 Hektar große Areal auf den Gemarkungen Reichenbach und Obermylau aus der Insolvenz heraus für 55.000 Euro zu erwerben. Neue Gewerbeflächen könnten dort entstehen. Doch das Gelände ist verseucht. Benzol, aromatische Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und andere Altlasten schlummern dort im Boden. Dies haben laut Auskunft des Landratsamts fünf sehr detaillierte Gutachten aus den Jahren 1995 bis 2000 ergeben.

Die Stadt hat in Abstimmung mit dem Umweltamt des Vogtlandkreises und einem Sachverständigenbüro die Unterlagen geprüft und Untersuchungen zur Altlasten- und Bodensituation vor Ort durchgeführt. 2018 kam man zum Schluss, dass für die Beräumung, Sanierung und Wiederbelegung der Flächen umfängliche weitergehende Untersuchungen erforderlich sind. 2019 habe man mit dem Insolvenzverwalter vereinbart, die Fläche für weitere Analysen zur Grundwasser- und Bodensituation nutzen zu können. Am 14. Januar 2020 wurden bei einem Ortstermin der Untersuchungsumfang und das Vorgehen für die geplante Sanierung abgestimmt.

Ziel ist es, bis Juli 2020 ein mit dem Umweltamt abgestimmtes Abriss- und Rückbaukonzept inklusive Kostenschätzung für das Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerkes vorliegen zu haben. Im Herbst 2020 soll dieses Konzept dem Stadtrat vorgelegt werden, damit dieser die abschließende Entscheidung zu einem etwaigen Ankauf treffen kann. Die Sanierung und Beräumung sowie die spätere Erschließung der Flächen würde im Rahmen der Gewerbegebietserweiterung Obermylau/ Reichenbach voraussichtlich mit bis zu 85 Prozent gefördert.

Über 1000 Mitarbeiter waren zu DDR-Zeiten im Bahnbetriebswerk, in der Güterabfertigung und im Bahnhof Reichenbach beschäftigt. Das Bahnbetriebswerk wurde 1999 in 100. Jahr seines Bestehens geschlossen.

Die Sitzung beginnt am Montag, 19 Uhr, im Ratssaal. Außerdem geht es um die Beseitigung von Schäden an Straßen, Gehwegen und Tageswassereinläufen sowie um die Förderung privater Maßnahmen im Fördergebiet "Soziale Stadt".


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