Lebenshilfe übt Kritik an Antragsflut bei Teilhabe

Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann (Linke) um Hilfe gebeten

Reichenbach.

Die Heizungsanlage des Wohnheimes "Am Sportplatz" der Lebenshilfe Reichenbach ist defekt und muss erneuert werden. Die Kosten werden auf 30.000 Euro geschätzt. Wie der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende Torsten Stolpmann erklärt, sollen dabei der Vogtlandkreis und die Lebenshilfe je zehn Prozent tragen, der Freistaat Sachen 80 Prozent. Durch die Haushaltskonsolidierung des Vogtlandkreises könnten jedoch die Fördermittel des Freistaates Sachsen nicht abgerufen werden.

Dieses Problem schilderten Vertreter der Lebenshilfe jetzt auch bei einem Besuch des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann (Die Linke), der von Lars Legath, Direktkandidat zur Landtagswahl, und Kreisrat Henry Ruß begleitet wurde.


Pellmann, der Sprecher für Inklusion und Teilhabe der Linksfraktion im Bundestag ist, wurde zudem gebeten, sich für die Entbürokratisierung des Bundesteilhabegesetzes einzusetzen. "Die Entbürokratisierung muss vor allem im Bereich der Antragstellung erfolgen. Menschen mit Behinderung müssen nunmehr für alle Leistungen Anträge stellen. Wir vermuten, dass hierdurch große Probleme kommen werden", erklärt Stolpmann. Aktuell seien alle Leistungserbringer mit einem enormen Verwaltungsaufwand belastet, da neue Verträge mit den Betroffenen geschlossen werden müssen. Dabei werden Fachleistungen und Grundsicherungsleistungen getrennt. "Das heißt, der behinderte Mensch in unseren Wohnstätten muss Antrag auf Mietkostenzuschuss und Grundsicherungsleistungen stellen."

Was die Inklusion von Menschen angeht, sei eine ausreichende Finanzierung und Kostenübernahme von Leistungen der Interdisziplinären Frühförderung nötig. "Wir machen uns zunehmend Sorgen, dass aufgrund fehlender Haushaltsmittel Förderungen nicht bewilligt werden", erklärt Stolpmann. Dass hierdurch Entwicklungsverzögerungen entstehen können, hält er für bedenklich. "Einfach gesagt: Alles was im Kindesalter nicht entwickelt werden kann, wird im Erwachsenenalter schwer aufzuholen sein."

Pellmann nimmt die Anliegen mit nach Berlin. Auf dem Programm standen auch Gespräche im Awo-Schullandheim in Limbach, mit dem Vorsitzenden des Behindertenbeirates Reichenbach und dem Vorsitzenden des Regionalverbandes Göltzschtal der Kleingärtner.

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