Limbacher Retter erhalten moderne Technik

Der Neukauf eines Einsatzfahrzeuges für die Wehr gleicht einem Quantensprung. Das neue Auto ist nicht eines von der Stange.

Limbach.

Das bisherige Löschfahrzeug der Limbacher Feuerwehr war mit seinen 37 Jahren so alt, dass die Gemeinde es nach der Außerdienststellung ins Lengenfeld Feuerwehrmuseum abgegeben hat. Für das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug mit dem Kürzel HLF 10 war jetzt Premiere am Depot. Die Feuerwehrleute kamen, um das neue Einsatzfahrzeug zu begutachten, nachdem es am Tag zuvor aus dem 350 Kilometer entfernten Gingen eingetroffen war.

Hinter der Wortkette Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug verbirgt sich der Allrounder unter den Einsatzfahrzeugen. Er kann 2000 Liter Löschwasser, Schere, Spreizer, weitere technische Ausrüstung sowie einen Gruppenführer und acht Einsatzkräfte aufnehmen. Wenn alle Wehrleute eingestiegen sind und alle Ausrüstung an Bord verstaut ist, wiegt das Fahrzeug 14 Tonnen. Damit die Wehr mit diesem Gewicht auch auf weichem Untergrund noch ans Ziel kommt, ist das Fahrzeug mit Allradantrieb ausgestattet, für Bürgermeister Bernd Damisch, der am Montag bei der Anlieferung dabei war, ein Muss: "Eine Zeit lang hat der Freistaat die Fahrzeuge ohne Allrad gefördert. Das ist für uns in ländlichen Regionen völlig unpraktisch. Es gibt immer mal wieder Einsätze, da muss die Wehr auf Feldwegen fahren oder durch Matsch und Schnee." Diese Erfahrungen hat er in den zurückliegenden Jahren gesammelt.

Obwohl Wehrleiter Steffen Möckel das Fahrzeug während der Bauphase nach dreimaligen Besuchen beim Ausstatter schon fast wie seine Westentasche kennt, kam am Montag Gerhard Müller von der Albert Ziegler GmbH aus Gingen bei Ulm mit nach Limbach zur Übergabe und letztmaligen Einweisung. Limbach bekommt nichts von der Stange. Jedes Fahrzeug verfüge zwar über eine standardmäßige Ausrüstung, so Müller. Die individuelle Ausstattung mache das Limbacher HLF 10 aber trotzdem zu einem Unikat. Die gewünschte zusätzliche Ausstattung beschrieb die Feuerwehr im vorher in einem Leistungsverzeichnis. Limbach bestellte für vier Sitzplätze Atemschutzausrüstung auf dem Fahrzeug. Standardgemäß gehören nur zwei solche Ausrüstungen dazu. Steffen Möckel: "Das hat den Vorteil, dass mehr Kameraden während der Fahrt zum Einsatzort bereits die Ausrüstung anlegen können und das nicht erst nach Verlassen des Fahrzeuges tun müssen." Die Rettungsausrüstung verfüge über Akkus, statt Ölschläuche. "Damit sind wir am Unfallort mobiler und die Unfallgefahr sinkt, weil wir keine Schläuche mehr hinter uns herziehen müssen", erklärt Möckel.

Etwa 350.000 Euro kostet das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. 180.000 Euro bekam Limbach vom Freistaat Sachsen gefördert. 170.000 Euro brachte die Gemeinde als Eigenanteil auf. Für den Bürgermeister ist das gut angelegtes Geld: "Es ist ein ehrenamtlicher Dienst, den die Kameraden hier ausüben. Es ist unsere Aufgabe, als Gemeinde dafür zu sorgen, dass die ehrenamtlichen Retter bestmöglich ausgestattet sind."

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