Mülltonnen-Sammlung holpert auf die Zielgerade

104.752 neue Tonnen wurden verteilt. Der Kreis verspricht, die ausrangierten Abfallbehälter bis 15. März abzuholen - naja, die meisten.

Lengenfeld/Plauen.

Zehn Wochen nach dem Jahreswechsel stehen noch immer ausrangierte Mülltonnen an Straßenrändern, in Hauseingängen und auf Höfen im Vogtland. Nach dem Durcheinander, das es beim Ausliefern der mit Transponder-Chip versehenen neuen Mülltonnen und der Abholung der alten Behälter zwecks Einführung des neuen Abfallsystems per 1. Januar 2019 gab, glätten sich die Wogen ganz allmählich. Dennoch haben sich Zusagen aus dem Landratsamt als nicht tragfähig erwiesen. Zunächst hieß es, nach dem Jahreswechsel sollen die bei einer ersten Sammelaktion Ende 2018 nicht kassierten Alttonnen rasch eingesammelt werden. Als das nicht klappte, versprach die Behörde, bis Ende Februar alle Tonnen abzuholen. Auch die hat der Kreis nicht eingehalten. Jetzt heißt es aus dem Amt für Abfallwirtschaft auf Anfrage der "Freien Presse": Nacharbeiten soll es noch bis zum 15. März geben. "In Einzelfällen" werde der kreiseigene Entsorgungsbetrieb KEV auch darüber hinaus Behälter entgegennehmen.

Das Abfallamt rechnet vor: "Laut Ausschreibung sollten zwischen 5000 und 85.000 Stück Altbehälter eingesammelt werden." Die KEV gehe aktuell von 79.900 ausrangierten Tonnen aus, davon seien bislang 66.000 eingesammelt worden. Folglich wären - Stand 6. März - noch 13.900 Tonnen einzusammeln. Doch auch hier überrascht die Kreisbehörde mit anderen Zahlen: "Wir rechnen derzeit mit ca. 2000 Altbehältern, die noch durch das beauftragte Unternehmen eingesammelt werden." Die Anzahl der tatsächlich gesammelten Tonnen bleibe hinter den Erwartungen zurück. Offenkundig melden auch die vogtländischen Kommunen dem Land- ratsamt, wo Behälter vergessen worden sind. Bis Anfang März seien "700 ,übersehene' Behälter nachgemeldet" worden. Die müsse die beauftragte Firma noch einsammeln.

Doch viele Vogtländer haben sich inzwischen überlegt, ihre Tonne zu behalten: als Behälter zur Lagerung, als Regenfass oder für was auch immer. So hat sich beispielsweise auch der Lengenfelder Bauhof mit den vergleichsweise robusten alten Tonnen eingedeckt. Sollten die Hochrechnungen der Kreisbehörde passen, bleiben rund 12.000 Exemplare bei ihren bisherigen Nutzern. Das ist gutes Recht: Die Eigentümer sind nicht verpflichtet, die ausgedienten Behälter dem Kreis zu überlassen.

Unterm Strich gibt es damit im Vogtland mehr Mülltonnen denn je: Laut Kreis wurden bis 6. März 104.752 Behälter ausgeliefert - von der 80-Liter-Tonne bis zum 1100-Liter-Großbehälter. Bei zurzeit 12.500 Änderungsanträgen und bereits 10.500 bei der KEV beauftragten Behälteränderungen ist noch einiges an Bewegungen zu erwarten.

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