Natürlicher Wollpullover schützt Tiere im Freien vor Kälte

Viele Tierhalter setzen auf ganzjährige Freilandhaltung. Die Natur sorgt auch bei den Nutztieren dafür, dass sie im Winter draußen nicht frieren. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die zu beachten sind.

Plauen/Mühlwand.

Für die Hochlandrinder von Thomas Spinnler aus dem Plauener Ortsteil Thierbach ist der Winter mit Eis und Schnee eine schöne Jahreszeit. "Die Tiere sind robust und fühlen sich wohl. Die brauchen keinen Stall. Da würden sie nur schwitzen. Das wäre denkbar ungesund", sagt der Züchter. Er hält die robuste Freilandrasse schon seit 30 Jahren. Wichtig sei, dass die Rinder Zugang zu Wasser und Futter haben, erklärt er. Selbst wesentlich tiefere Temperaturen als die derzeitigen seien für die Hochlandrinder kein Problem. "In ihrer Heimat in Schottland sind sie noch wesentlich tieferen Temperaturen ausgesetzt. Für den Aufenthalt im Freien braucht diese Robustrasse noch nicht einmal ein besonderes Futter. Heu ist vollkommen ausreichend", sagt Spinnler.

Auch Schäferin Randy Roth kann der Freilandhaltung von Schafen im Winter viel Positives abgewinnen, auch wenn ihre Schafherde zurzeit im Stall steht, weil täglich Lämmer auf die Welt kommen. Trotzdem sagt sie: "Schafe fühlen sich im Schnee wohl. Die Wolle isoliert so gut, dass der Schnee auf der Wolle nicht einmal abtaut. Solange die Wolle drauf ist und die Tiere Futter haben, sind auch niedrige Temperaturen kein Problem. Wenn wir die Schafe im Dezember reinholen, müssen wir sie auch scheren. Sie würden sonst im Stall schwitzen", sagt die Schäferin.

Doch nicht nur für die Schottischen Hochlandrinder und die Schafe ist die ganzjährige Freilandhaltung eine rundum gesunde Sache. "Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel können grundsätzlich auch im Winter im Freien gehalten werden", heißt es dazu aus dem Veterinäramt des Landratsamtes. Während das Amt für Schweine und Hühner einen direkten Zugang zum Stall empfiehlt, bräuchten das andere Tierarten nicht unbedingt. Entscheidend sei, dass der Halter dafür Sorge trägt, dass es den Tieren gut geht. Zum Wohlfühlprogramm für den winterlichen Aufenthalt im Freien gehört ein trockener Untergrund, auf dem Schafe, Ziegen oder Kühe liegen können. Das könne eine dicke Strohmatte sein. Windschutz sei auch wichtig. Bäume oder aufgeschichtete Strohballen erfüllten ebenso ihren Zweck. Tiere, die sich im Freien an die kältere Jahreszeit gewöhnen können, wächst ein dickes Winterfell. "Freilandhaltung fördert die Tiergesundheit", sind die die Fachleute aus dem Veterinäramt überzeugt: "Weidehaltung kann unter optimalen Bedingungen eine besonders tiergerechte Haltung sein. Sie ermöglicht Bewegungsfreiheit und fördert natürliche Verhaltensweisen. Die Klimareize stärken die Abwehrkräfte. Tiere aus Freilandhaltung werden seltener krank."

Entscheidet sich ein Tierhalter dafür, seine Tiere draußen zu lassen, muss er diese genauso umsorgen wie im Sommer, nur eben unter winterlichen Bedingungen. Das bedeutet: dafür sorgen, dass das Wasser nicht zufriert, dass das Futter durch Schnee, Frost oder Regen keinen Schaden nimmt und das die Stromversorgung bei Elektrozäunen zuverlässig funktioniert.

Dass Tiere sich draußen auch bei scheinbar widrigen Witterungsbedingungen wohl fühlen, wissen Laien oft nicht und vermuten Vernachlässigung durch den Tierhalter oder sogar Tierquälerei. "Es gibt hier noch Aufklärungsbedarf. Deshalb haben wir das Thema auch auf unserer Homepage stehen", lässt der Pressesprecher im Landratsamt, Uwe Heinl, wissen.

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11 Kommentare
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  • 2
    0
    bicicleta
    11.01.2021

    Cooles Foto:-)