Neujahrsmarkt: Waldkirchner blicken nach vorn und zurück

Bei einer außergewöhnlichen Veranstaltung tauschen die Besucher Kindheitserinnerungen aus und lassen das neue Jahr gemütlich angehen.

Waldkirchen.

Weihnachtsmarkt kann jeder - Neujahrsmarkt können nur die Waldkirchner. Und das schon seit acht Jahren. Am Samstag war es wieder so weit, wobei das Wort Markt im Sinne von Handel nicht wörtlich zu nehmen ist. Der Begriff ist eher angelehnt an das vorweihnachtliche Pendant Weihnachtsmarkt, wo es vielen Besuchern auch nicht unbedingt ums Kaufen, sondern vor allem in den ländlichen Regionen ums gemütliche Beisammensein geht.

In Waldkirchen kommt, so wie an diesem Samstag auch wieder, alle zwei Jahre eine Ausstellung historischer Spielsachen dazu, welche die Leute aus dem Dorf für einen Abend von zu Hause mitbringen. Dem Heimatverein als Ausrichter genügt dazu Mund-zu-Mund-Propaganda, wie Katrin Graupner vom Vorstand erklärt. Dieses Mal trafen sich die Waldkirchner im Sportlerheim, weil das Bürgerhaus mit einer privaten Feier schon belegt war.

Draußen vor der Tür knisterten Feuer, Würstchen wurden auf dem Grill gedreht, nach und nach kamen die Gäste, und schnell waren angeregte Gespräche im Gang. "Das ist eine Veranstaltung, an der wir festhalten wollen. Es ist schön, sich noch einmal zu treffen, bevor der Alltag nach den Feiertagen wieder so richtig los geht", sagte Katrin Graupner. Der Blick auf die Spielsachen auf den Tischen war für die Besucher zugleich ein Blick in die Vergangenheit - und bei vielen mit Kindheitserinnerungen verbunden.

Christina Riedel, die drei Puppen und einen Pferdewagen aus Holz mitgebracht hat, erzählte: "Eine von den Puppen ist meine Lieblingspuppe. Mit der habe ich schon als Kind gespielt. Sie ist ungefähr 60 Jahre alt und hieß Annegret. Vor Weihnachten ist die Puppe auf einmal verschwunden. Später saß sie dann neu eingekleidet mit handgestrickten Sachen unterm Weihnachtsbaum. So war das damals, ganz einfach, und wir haben uns gefreut." Mit den Puppen haben Christinas Riedels Kinder zwar nicht so gern gespielt, aber die Liebe zu Handgemachtem hat sich durchgesetzt. "Unsere Kinder, die außerhalb des Vogtlandes wohnen, wünschen sich zu Weihnachten am liebsten etwas Erzgebirgisch-Vogtländisches, etwas, das Bestand hat und das man aufheben kann und dass ihnen später als Erinnerungsstück erhalten bleibt, so wie das auch mit meiner Puppe ist", erklärte die Waldkirchnerin.

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