Privater Tierfriedhof in Reichenbach: Amt weiß von nix

Auch nach dem Aus für den Bergener Birkengrund gibt es im Vogtland weiter Angebote zur Bestattung von Haustieren.

Reichenbach.

Fast könnte man den Zugang zum Tierfriedhof in Reichenbach übersehen. Am Obermylauer Weg, links neben der Holzhandlung Klapper und von üppigem Grün umgeben, führt eine kleine Treppe zu einer abgeschlossenen Holztür mit der Aufschrift "Tierfriedhof". Dahinter öffnet sich der Blick auf eine großzügig angelegte, gepflegte, parkähnliche Anlage mit Sitzbank. Und gleich vorn, wenige Schritte hinter der Eingangstür, gibt es ein Gräberfeld, in dem die sterblichen Reste von bislang drei Hunden, fünf Katzen und zwei Meerschweinchen bestattet sind. Weiter hinten am Zaun gibt es noch eine Anlage zur anonymen Bestattung.

Als vor wenigen Tagen die Nachricht die Runde machte, dass Maik Willner den einzigen privaten Tierfriedhof weit und breit, im Birkengrund zwischen Theuma und Bergen, schließt, meldete sich Uwe Klapper bei der "Freien Presse". "Es gibt auch den Reichenbacher Tierfriedhof", erklärte er. Auf seinem Grundstück, mit klaren Abläufen, Regeln, Preisliste und Internetseite. Ein Angebot für Menschen, die einen tierischen treuen Begleiter verloren haben und einen würdigen Ort zur Trauer wünschen.

"Der Tierfriedhof war die Idee meines Vaters", erzählt Uwe Klapper, der den Holzhandel und auch den Begräbnisplatz nach Klaus Klappers Tod allein weiterführt. Der Bedarf an seriös und diskret agierenden Tierbestattern sei vorhanden. Bisher ist sein Angebot aber nur Insidern bekannt. Das erste auf Klappers Gelände bestattete Tier war ein Spitz namens Kalle, am 14. Oktober 2015.

Doch wo genau es Tierfriedhöfe im Vogtlandkreis gibt, das ist offenbar noch nicht einmal in der Kreisbehörde bekannt. Unstrittig gibt es zwei Anlagen, die von Tierschutzvereinen in Plauen und Krebes betrieben werden. Widersprüchlich sind die Aussagen der Amtstierärzte des Kreises indes zu privat betriebenen Bestattungsanlagen: Nach Aussagen von Amtstierärztin Anne Mütschard betreibt Andrea Schönherr aus Kleingera in Elsterberg, Pfannenstiel 5, einen. Einen zweiten gibt sie im Theumaer Birkengrund an. Doch Betreiber Willner sagt, er habe das Gewerbe abgemeldet. Uwe Klappers Tierfriedhof in Reichenbach ist bei der Kreisbehörde indes nicht gelistet. Zwar sei im November 2013 Antrag gestellt worden, doch der verlief nach dem Tod des Antragstellers im Sande. Die Behörde werde sich mit Uwe Klapper in Verbindung setzen, heißt es jetzt.

Grundsätzlich dürfen auf Tierfriedhöfen nur Heimtiere begraben werden: Katzen, Hunde, Vögel, Reptilien, Kaninchen, Meerschweinchen. Für landwirtschaftliche Tiere gilt ein Verbot. Grab-Mindesttiefe: 50 Zentimeter. Dabei sind verrottbare Hüllen zu verwenden - Papiersäcke oder rasch abbaubares Gewebe, wie Amtstierärztin Mütschard auf Anfrage erklärt. Tiersärge aus Holz oder gar Kunststoff sind verboten. Auch zur Anlage selbst und zur Einfriedung definiert die Veterinärbehörde Anforderungen.

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