Reichenbach will Jugend künftig mehr beteiligen

Kinder- und Jugend-Ring Sachsen hilft dabei - OB erhofft dauerhafte Lösung

Reichenbach.

Bei der Entwicklung ihrer Stadt sollen Jugendliche in Reichenbach künftig mehr mitreden und mitwirken. Doch nach dem Scheitern des Jugendstadtrates 2007 stellt sich schon lange die Frage nach dem Wie. Über das Projekt "Jugendgerechtigkeit als Standortfaktor" hat sich die Stadt jetzt professionelle Hilfe durch den Kinder- und Jugendring Sachsen gesichert. Julia Franke, die dort freie Mitarbeiterin und für Reichenbach zuständig ist, hat sich in der jüngsten Stadtratssitzung vorgestellt. Sie erklärte, dass bis Ende 2020 die nötigen Strukturen geschaffen und ein Projekt angeschoben werden solle.

Am Auftakttreffen Ende Juni nahmen mehr als 40 Akteure teil, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, darunter aus Sport- und Kulturvereinen, Jugendfeuerwehr, Jugendclubs, Kirchen, Schulen und Verwaltung. Der Stadtrat beschloss jetzt einstimmig, ein Netzwerk mit all diesen Akteuren unter Vorsitz der Stadtverwaltung zu bilden. Daraus soll sich eine Steuer- und Entwicklungsgruppe Jugendbeteiligung formieren. Bei Bedarf kann eine Arbeitsgruppe Jugend aus Steuerungsgruppe und Stadtrat gebildet werden. Zudem soll ein jährliches Netzwerktreffen stattfinden.

Das klingt nach viel Sitzfleisch. "Wenn wir Fördermittel haben wollen, müssen wir das so handhaben", sagte Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU). Stadtrat Peter Tillack (Bitex) meinte: "Ich habe ein Problem damit, wenn alte Männer über die Jugend sprechen, aber die Jugendlichen selbst nicht vertreten sind." Julia Franke versicherte, dass die Jugendlichen einbezogen werden. Sie erinnerte an die Ergebnisse der Projekte aus den Vorjahren. Diese reichen vom Stadtjugendtag in Annaberg und einem Jugendbeirat in Heidenau über Kino unter Tage in Borna und einen Band-Contest in Stollberg bis zu einem Graffiti-Event in Werdau. Henry Ruß (Linke) fragte nach, welche Projekte sie vorziehe, einmalige oder dauerhafte. "Ich präferiere, dass die Stadt mehrere Formen der Beteiligung bereithält", so Franke. OB Kürzinger hofft, dass etwas Dauerhaftes, Nachhaltiges entsteht, um Jugendliche für Kommunalpolitik zu begeistern.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...