Rettung der Villa Clad wird von öffentlicher Hand bezuschusst

Nach der Notsicherung fließt auch für die Sanierung Fördergeld. 422.500 Euro sind bewilligt. Aus dem Investoren-Trio wurde jetzt ein Quartett.

Reichenbach.

Die Villa Clad in der Ackermannstraße 4 gilt als schönste Fabrikantenvilla, die je in Reichenbach gebaut wurde. Für den Erhalt des hochrangigen Einzeldenkmals, 1886 von Architekt Julius Lindner im neoklassizistischen Stil errichtet, besteht ein besonderes öffentliches Interesse. Nachdem bereits für die Notsicherung rund 447.000 Euro Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost" gewährt worden waren, stimmte der Reichenbacher Stadtrat jetzt einmütig auch der Förderung der Sanierung und Modernisierung zu. 422.500 Euro sollen dazu aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau - Programmteil Aufwertung" fließen. Die Stadt selbst trägt von ein Drittel.

Aus dem Investoren-Trio Hendrik Schäfer, Erik Schmidt und Christian Suhr ist mit Marko Vogel aus Reichenbach inzwischen ein Quartett geworden. Alle vier kamen zur Stadtratssitzung und erläuterten den Stand: Laut Christian Suhr sei die Notsicherung nahezu abgeschlossen. Der Hausschwammbefall war zu beseitigen, beschädigte Holztragwerke wurden ausgetauscht. Dachdeckung, Trockenlegung der Kellerwände und statische Sicherung kamen hinzu. Als Restarbeiten erfolgt bis zum 2. Quartal 2020 die Sicherung von Vordach, Fassade sowie der Fensterstürze an Südfassade und Wintergarten.

Die eigentliche Sanierung von den Medienanschlüssen über Fassade, Fenster und Außentüren bis zur Restaurierung der Stuckdecken werde sich 2020 und 2021 anschließen. Geplant ist, auf zwei Etagen vier exklusive Eigentumswohnungen mit jeweils zirka 130 Quadratmetern Fläche zu schaffen.

Laut Erik Schmidt belaufen sich die Gesamtkosten von Sanierung und Modernisierung auf 1,974 Millionen Euro. Als zuwendungsfähig wurden im Fördermittelverfahren Kosten von 1,527 Millionen Euro angesehen. Die mögliche Förderhöhe betrage maximal 48,3 Prozent, was rund 737.690 Euro entspricht. "Das können wir nicht aufbringen", erklärte Baufachbereichsliter Sven Hörning. Unter Beachtung der verfügbaren Förderbescheide im Gebiet Innenstadt müsse die Stadt Reichenbach den Förderrahmen auf maximal 422.500 Euro begrenzen, hieß es. Für die Differenz könnten die Investoren aber versuchen, andere Fördertöpfe anzuzapfen, beispielsweise über den Denkmalschutz.

Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) lobte die Initiative des Quartetts, das der Villa ihren alten Glanz zurückgeben will: "Ich bin froh, dass wir solche Verrückte haben, die das machen wollen."

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