Seniorenhaus: Im Eiltempo zum Rohbau

Die Bauarbeiten am altersgerechten Wohnprojekt der Volks- solidarität in Lengefeld begannen vorigen Herbst. Der Terminplan erscheint ehrgeizig.

Lengenfeld.

In Riesenschritten geht es auf der Baustelle der Volkssolidarität in Lengenfeld an der Ecke Hauptstraße/Weststraße in Richtung Fertigstellung des Rohbaus. Im alten Milchhof entsteht eine Wohnanlage für Senioren. Gestern trafen sich Vertreter der Baufirmen, des Planungsbüros, der Stadt und der Bauherr zum Richtfest.

Die Zeremonie fand auf dem Gerüst in Dachhöhe statt. Sigrid Mann, die Vorsitzende der Volkssolidarität, und ihr Geschäftsführer Olaf Schwarzenberger kletterten hoch. Den Richtspruch hatte Zimmermann Michael Kunz, Chef des gleichnamigen Betriebes aus Rebesgrün, mitgebracht. Die Vertreter der Volkssolidarität mühten sich redlich bei einsetzendem Regen, den symbolischen 200er Nagel in die Dachschalung zu treiben.

Entspannter ging es in der unteren Etage zu, denn dort erwartete die Gäste ein Buffet und ein Rückblick. Für den Rückblick waren der Geschäftsführer und Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld) zuständig: Seit 2013 laufen die Vorbereitungen, gespickt mit Hindernissen: Die Mehrzahl der Alteigentümer wohnt in Südafrika. "Es war eine unendliche Geschichte, alle Erben an einen Tisch zu bekommen", so Bachmann. Es folgten die Anträge für das Bauen und für das Fördergeld. Zu guter Letzt stand die Gesamtsumme von 2,4 Millionen Euro fest. Über den städtebaulichen Denkmalschutz erhielt der Bauherr 800.000 Euro. Die Stadt gab 200.000 Euro dazu. Den Rest finanziert die Volkssolidarität aus Eigenmitteln.

Verwunderung bei den Lengenfeldern löste verbliebene Teil der alten Fassade aus. Zur Aufklärung dieser Vorgehensweise trug noch einmal der Bürgermeister bei: "Um Fördermittel vom städtebaulichen Denkmalschutz zu erhalten, müssen Gebäudeteile stehen bleiben." Am Rohbau erkennt man zumindest von innen noch altes und neues Ziegelmauerwerk. Doch das dürfte bald hinter Putz verschwunden sein. Mit der Fertigstellung des Rohbaus kann der Innenausbau beginnen. Das ehrgeizige Ziel lautet: Fertigstellung im zweiten Quartal 2019.

Nur mit Hilfe des Fördergelds sei es laut Schwarzenberger möglich, bezahlbaren Wohnraum für Senioren anzubieten. "Ohne Zuschüsse wären die Mieten doppelt so hoch", erklärte Schwarzenberger. Vom großen Bedarf an altersgerechten Wohnungen berichtet der Bürgermeister: "Etwa 15 Senioren verlassen jedes Jahr die Stadt, um in altersgerechte Wohnungen in anderen Orten oder zu ihren Kindern zu ziehen."

Entsprechend des hohen Bedarfs an derartigen Unterkünften gingen die Wohnungen weg wie warme Semmeln. "Für jede Wohnung haben wir bereits eine Nachrutscherliste", so der Geschäftsführer. Ermutigt durch diese Nachfrage geht die Volkssolidarität nunmehr auch das zweite geplante Projekt an: die Hauptstraße Nummer 16. Eigentümer ist dort die Stadt. Der Erwerb gestaltete sich entsprechend unkompliziert. Nach öffentlicher Ausschreibung ging das Gebäude an den einzigen Interessenten, die Volkssolidarität. Die Entkernung beginnt bereits dieses Jahr.

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