Trotz Sparansatz: Solbrigplatz soll 2,15 Millionen Euro kosten

Dank kräftiger Förderung soll unbedingt gebaut werden. Um die Mehrkosten von 750.000 Euro zu stemmen, regiert bei anderen Vorhaben der Rotstift.

Reichenbach.

Die Gesamtkosten der für 2020 geplanten Neugestaltung des Solbrigplatzes in Reichenbach werden nach jetzigem Stand 2,15 Millionen Euro betragen.

Seit dem Grundsatzbeschluss vom Juni 2017, in dem von 650.000 Euro die Rede war, ist das eine Steigerung auf mehr als das Dreifache. Im März 2019 lagen die geschätzten Kosten bei 1,4 Millionen Euro. Diese Summe floss in den Stadthaushalt 2019/20 ein. Die Angebote bei der Ausschreibung von Ende Mai summierten sich indes auf 2,02 Millionen Euro. Die Gesamtkosten mit Planung betrugen da 2,3 Millionen Euro. Das ist nicht finanzierbar, hieß es. Im Juli hob der Stadtrat die Ausschreibungen wegen der Kostenexplosion auf. Die Pläne sollten abgespeckt werden. Eine halbe Million Euro wollte man einsparen. Geschafft hat man lediglich 160.000.

Zu den neuen Ausschreibungen erklärte Hubert Greger, Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau: "Das Ergebnis ist nicht so, wie wir uns das erhofft haben." Um dennoch endlich bauen zu können, muss eine Finanzierungslücke von 750.000 Euro gestopft werden. Durch Umverteilung von Geldern aus dem EU-geförderten Efre-Programm. Die energetische Teilsanierung der Neuberschule, für die 740.000 Euro geplant waren, wird ebenso gestrichen wie 10.000 Euro für LED-Straßenbeleuchtung. Das hat der Stadtrat am Montagabend mit großer Mehrheit ebenso beschlossen wie die neuen Auftragsvergaben.

Bei Straßenbau und Freianlagen für den Solbrigplatz lagen im Juli die Kosten bei 1,85 Millionen Euro. Jetzt sind es 1,55 Millionen Euro. Wirtschaftlichster Bieter damals wie jetzt: Hoch- und Tiefbau Reichenbach. Die Technik fürs Wasserspiel sollte im Juli 83.088 Euro kosten. Jetzt sind es mit 87.416 Euro sogar über 4000 mehr. Einziger Bieter damals und heute: Aquaprojekt Plauen. Etwas billiger wird es bei Straßenbeleuchtung und Elektroinstallation. Statt für 87.351 Euro macht die RAD Reichenbach den Job jetzt für 81.656 Euro. Hinzu kommen 22.719 Euro für die Landschaftsbauarbeiten durch die Firma Roscher & Partner aus Schönfels. Die neue Buswarte am Solbrigplatz ist in diesen Zahlen noch nicht drin. Dazu wurde separat bei Herstellern angefragt.

Stadtrat Ulf Solheid (Fraktion Die Linke) sprach sich dafür aus, erst einmal Notwendiges statt Luxus zu bauen. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) entgegnete, dass die Maßnahme im Haushalt stehe. "Die Frage war, ob wir die Hingucker wegsparen oder ob wir den Platz für die nächsten 20, 30 oder 40 Jahre so gestalten, dass es Spaß macht" sagte er. Baufachbereichsleiter Sven Hörning erinnerte, dass man alles auf den Prüfstand gehoben und die Meinungen aus den städtischen Gremien einbezogen hatte. Trotzdem stehe man jetzt bei 2,15 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt betrage aber nur 10 Prozent. 80 Prozent Förderung kommen aus dem Efre-Programm und noch einmal 10 Prozent aus dem Programm Soziale Stadt. "Wenn man diese Fördersummen nicht nutzt, macht man etwas falsch", fand Thomas Höllrich (Linke). Peter Tillack (Bitex) wandte sich gegen den Begriff Luxus. Stephan Hösl (CDU) sprach sich für Akzente aus, um Reichenbach schöner zu machen. Kosten von über zwei Millionen Euro seien eine Hausnummer, fand Jörg Schaller (FDP). "Aber wir wollen nichts Halbes bauen." Er fragte, welche Chancen es gibt, die gestrichenen Vorhaben in den nächsten Jahren zu realisieren. Hörning erklärte, die Neuberschule sei im Programm Schulinvest gelistet.


Weitere Aufträge vergeben

Liebaustraße: Den grundhaften Ausbau der Liebaustraße zwischen Fritz-Ebert- und Heinrich-Ludwig-Straße vergab der Stadtrat an die Firma UTR aus Schönbrunn als wirtschaftlichsten Bieter für das Gesamtvorhaben, zu dem auch Wasser-, Abwasser-, Gas- und Elektroleitungen zählen.

Mittelweg: Der Mittelweg zwischen Rotschauer Weg und An der Schönen Aussicht wird vom Hoch- und Tiefbau Reichenbach instand gesetzt. Er setzte sich mit einem Preis von 248.500 Euro unter sechs Bietern durch. (gb)

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