Veranstaltungskonzept: OB zieht Papier nach Kritik zurück

Sprachliche Mängel und dünner Inhalt bedeuteten das Aus für die Vorlage im Reichenbacher Verwaltungsausschuss. Im Herbst soll neu diskutiert werden.

Reichenbach.

Eigentlich hatte der Verwaltungsausschuss des Stadtrates am Montagabend die "Veranstaltungskonzeption der Stadt Reichenbach" beschließen sollen. Dahinter verbargen sich, anders als der Titel vermuten lässt, Regeln für das Marktwesen. Von Wochen- und Frischemärkten über städtische, im öffentlichen Interesse liegende und private Veranstaltungen bis hin zur Vermietung von Marktmobiliar wie Bühne, Buden, Klappstühle oder Biertischgarnituren. Doch der Beschluss kam nicht zustande.

Stattdessen hagelte es aus den Reihen der Stadträte Kritik an dem von Tobias Keller, Büroleiter des Oberbürgermeisters, verfassten Papiers. Peter Tillack (Bitex) erklärte: "Das ist ein derart schauderhaftes Deutsch, dass es einem die Schuhe auszieht. Das kann so nicht rausgehen." Vermisst werden haufenweise Kommas, teilweise auch Wörter und eine korrekte Grammatik.

Auch der dünne Inhalt sorgte für Unmut. "Das ist kein Konzept, sondern maximal ein Grundsatzpapier", hielt Jens Pfretzschner (fraktionslos) fest. Wenn man für das Bürgerfest am 2. und 3. Oktober rund 25.000 Euro Defizit beklage, aber zugleich 25.000 Besucher habe, sollte man über ein kleines Eintrittsgeld nachdenken. Dann sei auch wieder ein Festzelt drin. "Was kostet 15.000 Euro beim Weihnachtsmarkt?", wollte er wissen und rügte: "Wir haben das schon vorberaten. Trotzdem kommt das Gleiche wieder auf den Tisch, was wir nicht akzeptiert hatten." Karsten Pippig (Linke) kam die Auflistung der Ausgaben und Einnahmen zu kurz. "Das ist alles ein bisschen unfertig", sagte er.

Dass beim Bürgerfest kein Festzelt mehr aufgestellt werden soll, monierte Bernd Müller (Bitex) und meinte: "Den Passus sollten wir offenhalten." "Wir sollten das Festzelt einfach rausnehmen", fand Thomas Höllrich (Linke) und: "Bislang kamen wir auch ohne Konzept aus." Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) beeilte sich, zu erklären, dass das Papier nichts damit zu tun habe, dass sich das Thema Blasmusikfest hochgeschaukelt habe und der Festzeltbetrieb für 2018 abgesagt sei. "Es geht nicht um den Inhalt einzelner Feste." Vielmehr sei man sich seit zwei Jahren einig, dass ein Konzept nötig sei: Welches Fest wertet die Stadt wie? Dazu gebe es auch eine Preisliste für die Vermietung von Marktmobiliar. Stephan Hösl (CDU) sprach sich dafür aus, Reichenbach nicht schlecht zu reden.

Oliver Großpietzsch (SPD) erklärte, er verstehe den Zeitdruck. Sein Vorschlag lautete, die vorgelegte Konzeption nur für dieses Jahr zu nehmen und für 2019 noch einmal neu zu erstellen. Dem schlossen sich Thomas Höllrich (Linke) und Thomas Sachs (CDU) an. Sachs forderte ein fundiertes Dokument mit Zahlen für 2019.

OB Kürzinger zog die Vorlage letztlich zurück und will sie im Herbst im Vorbereitung auf die Doppelhaushalt 2019/20 in überarbeiteter Form vorlegen. Diesem Vorschlag folgten bei einer Neinstimme alle anderen Ausschussmitglieder.

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