Viele Fest-Namen: Besucher irritiert

Stadt- oder Bürgerfest? Das ist die Frage, die sich Reichenbacher angesichts der Namensvielfalt nach den Feiern am 3. Oktober stellen.

Reichenbach.

Friseurmeisterin Claudia Damisch sagte es so: "Was wurde denn eigentlich gefeiert? Kartoffelbürgeroktoberfest." Weitere Besucher stellten sich diese Frage, als sie an verschiedenen Bannern mit den Aufschriften "Bürgerfest", "Kartoffelfest", "Stadtfest" vorbeigegangen waren. So richtig wusste wohl nur Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) eine Antwort: "Wir feiern den Tag der Deutschen Einheit, also Bürgerfest und Kartoffelfest. Wir haben das Stadtfest genannt. Das war ein Versuch. Ob das nächstes Jahr wieder so heißt und wie es überhaupt weitergeht, wird sich entscheiden."

Durch die Verbindung von Kartoffel- und Bürgerfest habe der Gewerbeverein, der Initiator des Bürgerfestes war, wieder ein Stück Verantwortung übernommen. Das Fest war nach Aussage des OB in der Amtszeit von Dieter Käppel (CDU) als Gewerbevereinschef an die Stadt übergegangen, weil es der Gewerbeverein aufgrund des Ausmaßes nicht mehr stemmen konnte.

Auch Gewerbevereinschef Benedikt Lommer war aufgefallen, dass die Besucher durch verschiedene Banner durcheinander kamen. Silke Baumann vom Gewerbeverein: "Wir feiern unser Kartoffelfest." Die Veranstaltung sei diesmal mit dem Bürgerfest verbunden worden, was allerdings nicht ganz glücklich sei: "Wir machen das Fest ja für unsere Mitglieder, also die Geschäfte. Und der 3. Oktober ist der einzige Tag, an dem stationären Geschäfte nicht öffnen dürfen." Der Gewerbeverein will neu planen, kündigte sie an. Ein zeitiger Termin für das Kartoffelfest sei besser. Nicht alle angefragten Händler mit inhaltlicher Verbindung zur Kartoffel hatten Zeit.

Kürzinger: "Wir wollen einige Dinge am Konzept ändern und für die Zukunft neu aufstellen. Dabei müssen wir die Bürger mitnehmen. Im Oktober setzen wir uns mit dem Gewerbeverein zusammen. Ich kann mir auch Bürgerworkshops und eine Umfrage zu den Festen vorstellen." Grund für die Neuordnung seien nicht nur Finanzen. "Als die Bürgerfeste in Reichenbach begannen, gab es in der Umgebung nichts. Jetzt finden überall Feste statt, in Greiz oder in Plauen, in Klingenthal ist Skispringen, in Brockau Oktoberfest und vieles mehr." Der Gewerbevereinschef: "Wir dürfen Traditionen nicht vergessen, müssen aber auch offen für Neues sein."

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