Waldkirchener und Langenbacher erfolgreich

Junge Schafe und Ziegen standen in Waldkirchen im Rampenlicht. Für einige Tiere hieß es danach, Abschied zu nehmen vom heimischen Stall.

Waldkirchen.

Auf die Reise nach Niedersachsen machte sich am Samstag ein Schafbock aus der Zucht der Marienhöher Milchproduktion. Von den sieben verkauften Tieren der am Samstag stattgefundenen Auktion war dieses Ostfriesische Milchschaf das mit dem weitesten Weg in einen neuen Stall. Der Auktion ging die Körung der 38 angemeldeten Schafe und Thüringer Waldziegen voraus.

Es reisten Züchter aus dem Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband und dem Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg an. Zwei vogtländische Teilnehmer waren darunter: Neben der Marienhöher Milchproduktion, die zehn Tiere vorstellte, kamen auch Michael und Mutter Annette Meißgeier aus Langenbach mit drei Thüringer Waldziegen nach Waldkirchen. Beide Betriebe gingen reich dekoriert aus der Schau hervor. Die Marienhöhe mit drei Preisen der höchsten Kategorie A, die Ziegenzüchter mit zwei solchen A-Preisen.


Seit die Leistungsprüfung voriges Jahr für die beiden Rassen von Meißen nach Waldkirchen gewechselt ist, haben Meißgeiers und die Marienhöher kurze oder gar keinen Anreisewege mehr, während die Beschicker aus Brandenburg knappe 600 Kilometer zurücklegen müssen, um ihre Tiere bewerten zu lassen.

Die Körkommission, bestehend aus Mitgliedern des sächsischen Zuchtverbandes, entscheidet darüber, welche Tiere Aufnahme ins Herdbuch finden und damit zur Zucht eingesetzt werden dürfen. Drei Fachleute, darunter eine Veterinärmedizinerin und der Zuchtleiter des Verbandes, Hanno Franke, schauten sich die äußeren Merkmale der Tiere an, begutachteten die Wollstruktur, die Bemuskelung, die gesamte äußere Erscheinung des Tieres und bewerteten bei den weiblichen Tieren auch die Milchleistung.

Während die Körkommission vor allem den Rassestandard als Maßstab für die Bewertung anlegt, sehen das die Praktiker, die vor allem auch die Wirtschaftlichkeit der Rasse im Blick haben müssen, manchmal etwas anders. Jörg Mo-thes, der sich um die Waldkirchener Zucht kümmert, sagte: "Wenn ein Schaf 400 Liter Milch im Jahr gibt, ist es für mich nicht ganz so schlimm, wenn die Wollqualität etwas schlechter ausfällt, zumal es für Wolle, egal ob nun gute oder schlechte Qualität, nur 40 Cent das Kilo gibt, also sehr wenig, wenn die Tiere im Stall stehen, also nicht der Witterung ausgesetzt sind."

Die Züchter der Ostfriesischen Milchschafe und die Zuchtrichter streiten auch gern darüber, ob nun Tiere mit kleinen Hornansätzen zur Zucht zugelassen werden dürfen oder nicht. So war das auch am Samstag in Waldkirchen. Der Rassestandard beschreibt die Ostfriesischen Milchschafe als hornlos. In letzter Zeit kommen jedoch immer wieder Tiere zur Welt mit kleinen Hörnern. Währen das die Züchter eher als kleinen Schönheitsfehler sehen, sind zumindest die sächsischen Zuchtrichter bisher streng gewesen und verweisen auf den Standard. Trotzdem ist den Mitgliedern der Zuchtverbände die Bewertung durch die Experten wichtig. Annett Meißgeier sagte: "Es geht darum, die Zucht rein zu halten."

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