Weihnachtsland Neumark etabliert sich

Tausende Besucher waren auf dem Gutshof und im Ortskern auf den Beinen. Bei einer Spendenaktion auf dem Gut war zudem der Wald Thema.

Neumark.

In Neumark hat der Weihnachtsmarkt viele Gesichter. Viele Akteure verwandelten die Gemeinde am Wochenende in eine Art Weihnachtslandschaft. Das war möglich, weil viele Veranstalter ganz unterschiedliche Angebote bereithielten. Mit dem Resultat, dass sich einige tausend Menschen vom Gut Neumark Richtung Ortsmitte und in die entgegengesetzte Richtung bewegten. Auf dem Gut hatte Familie von Römer mit mehr als 30 Ständen, die vornehmlich Handgemachtes boten, den Geschmack vieler Besucher getroffen.

Auf dem Weihnachtsmarkt im Dorf waren vor allem die ortsansässigen Direktvermarkter und Anbieter vertreten. Außerdem nutzten Vereine und auch die Jugendfeuerwehr die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die Neumarker beklatschten die regionalen Programmgestalter auf der Bühne, ließen sich Glühwein und Würstchen schmecken und freuten sich, mit vielen Bekannten ins Gespräch zu kommen. Das Museum hatte geöffnet, selbst die Hundesportler und die Gärtnerei hatten sich für das dritte Adventswochenende ein Angebot für die Besucher überlegt. Das Kirchencafé war eine Art Ruhepol. "Wir bieten hier eine warme Stube, Kaffee und Kuchen und gute Gespräche. Es kommen auch Leute, die mit der Kirche nichts am Hut haben. Das Gesamtkonzept dieses Weihnachtsmarktes kommt gut an. Das höre ich in vielen Gesprächen", sagt Reiner Bätz, der ehemalige Diakon der Kirchgemeinde.

Im Rathaus gingen die Besucher einfach der Nase nach bis in die obere Etage. Dort warteten, beaufsichtigt von Ute Meuser und Andreas Schubert, neun Kostproben hausgemachten Sauerkrautes, die es zu bewerten galt. Schubert versicherte: "Die Rezepte sind verschieden. Jedes Sauerkraut schmeckt anders." Den Geschmack der Besucher hatte Helga Ludwig aus Schönbrunn am besten getroffen. Ihr Sauerkraut erhielt 35 und damit mit Abstand die meisten Stimmen. Der erste Preis: ein großer Lichterbogen aus Metall. Auf den Plätzen zwei und drei gab es Gedränge. Vergeben wurden zwei zweite Plätze mit gleicher Stimmenzahl. Den dritten Platz mussten die Veranstalter wegen dreimal gleicher Stimmenzahl sogar auslosen.

Auf dem Gutshof hält die organisatorischen Fäden Dorothee von Römer in den Händen. Sie erinnerte an die Anfänge des Weihnachtsmarktes. "Fünf Stände ohne alles" waren es vor knapp zehn Jahren. "Heute versuche ich jedes Jahr, Abwechslung in die Angebote zu bringen. Wichtig sind Individuelles und Handwerkliches." Die Gutschefin legt zudem Wert auf Entschleunigung und Besinnung auf die Wurzeln des Festes. "Deswegen spielen wir nur leise Musik. Mir ist ein Miteinander mit der Kirche wichtig." Dass es im Ort zwei Weihnachtsmärkte gibt, empfindet sie als Bereicherung. "Mit den vielen Angeboten können wir Neumark als Weihnachtsland vermarkten."

Ihren Mann, Benno von Römer, treibt ein ganz anderes Anliegen um. Als leidenschaftlicher Forstwirt blickt er mit Sorge auf den vogtländischen Wald, dem es nach zwei trockenen Jahren mit Borkenkäferbefall sichtbar schlecht geht. Dank der untrennbar mit dem Fest verbundenen Weihnachtsbäume wurde der Bogen zum Thema Wald schnell gespannt. Luftaufnahmen von mehreren Fußballfelder großen nadellosen Wäldern und abgeholzten Flächen zeigte er den Besuchern. "Einen Euro vom Eintrittsgeld wollen wir dieses Jahr für die Aufforstung verwenden. Das mache ich, um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren." Die Folgen für die Zukunft seien noch gar nicht absehbar. "Touristen wollen sich bestimmt keine kahlen Berge anschauen", nannte er nur eine von vielen möglichen Folgen.

Dass es dieses Jahr auf Gut Neumark keine Fichten zu kaufen gibt, ist die erste, schon jetzt spürbare Konsequenz. "Diese Baumart hat unter der Trockenheit so gelitten, dass die geschlagenen Bäume ganz schnell die Nadeln verlieren. Ich kann sie also nicht verkaufen," erklärte Benno von Römer.

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