Anselm Grün: Fort mit den Bedenken und Ängsten

Eine Glauchauerin hat mithilfe der Familienberatungsstelle gelernt, eine Lebenskrise anzupacken. Zu dem Thema spricht morgen auch der bekannte Benediktinerpater in Glauchau.

Glauchau.

Vor anderthalb Jahren hat es der Glauchauerin buchstäblich die Füße unter dem Boden weg gezogen. Von heute auf morgen brach ihre Welt zusammen. Einige Jahre zuvor hatte die zweifache Mutter endlich den Richtigen gefunden. Der Mann war ihre große Liebe. Mit ihm wollte die 44-Jährige alt werden. Sie war glücklich, vier schöne Jahre lang, bis zu dem Tag, als er sie völlig unerwartet verlassen hat. "Das war wie ein Schlag, der aus dem Nichts kam", erinnert sich die Frau. Noch heute fällt es ihr nicht leicht über das Erlebte zu sprechen. "Es gab keinen Grund für die plötzliche Trennung, deshalb war es für mich einfach unbegreiflich", sagt sie. Im Raum stand nur die Aussage ihres damaligen Partners: "Ich liebe dich nicht mehr."

Irgendeine Begründung und wäre sie noch so verletzend gewesen, hätte es der Glauchauerin leichter gemacht, zu verstehen, warum ihr Partner nicht mehr mit ihr zusammen sein wollte. Ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Es vergingen Tage, Wochen und Monate der scheinbar unendlichen Trauer. "Bei mir ging überhaupt nichts mehr", erinnert sich die zweifache Mutter. Nur in der Arbeit fand sie Ablenkung. Weil sie nachts nicht mehr schlafen konnte, bekam sie Schlafmittel verschrieben. Ein halbes Jahr nach der Trennung empfahl ihr eine Bekannte die Familienberatungsstelle des Diakoniewerks Westsachsen in Glauchau. "Beim ersten Anruf habe ich nur geweint und konnte kaum etwas sagen", sagt die 44-Jährige. Zunächst kam sie alle 14 Tage zu den Gesprächen, inzwischen nimmt sie das Angebot nur noch einmal im Monat war.

In den Gesprächen mit der Therapeutin lernte sie, die Entscheidung des Ex-Partners zu akzeptieren und wieder zurück zu einem selbstbestimmten Leben zu finden. "Den Weg muss man selbst gehen, die Beratung ist für mich ein Wegbegleiter", sagt die 44-Jährige. Heute sei sie auf einem guten Weg und habe gelernt, viele Dinge aus einem anderen, positiveren Blickwinkel zu sehen. Mut machen, um solch unangenehme Dinge anzupacken, will auch Anselm Grün. Der bekannte Benediktinerpater kommt morgen Abend mit seinem Buch "Versäume nicht dein Leben" nach Glauchau. Eingeladen hat ihn die Familienberatungsstelle. "Mit der Abendveranstaltung soll ein wichtiger Impuls der Ermutigung gesetzt werden", sagt Leiterin Carolin Hummel. Frustrationen und Lebenskrisen entstehen häufig durch aufgeschobene Entscheidungen, so Hummel. Durch die heutigen Lebensumstände würden viele auf den perfekten Moment oder eben den perfekten Partner warten, den es so oft gar nicht gibt.

Der Abend mit Anselm Grün findet morgen um 20 Uhr in der St. Georgenkirche statt. Der Eintritt kostet 10 Euro im Vorverkauf und 12 Euro an der Abendkasse. Vorverkaufstellen sind das Pfarramt St. Georgen, "Das Windlicht" und die Evangelische Buchhandlung in Glauchau.

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