Auf dem Hof am Pfarrgrund ist Leben eingezogen

Seit einem Monat lebt ein junger Landwirt mit seiner Familie auf dem Vierseithof des Lebenshilfewerks. Künftig wird er mit der Landschaftsgruppe eine deutlich größere Fläche bewirtschaften.

Waldenburg.

Arbeit gibt es für Daniel Pistorius schon jetzt jede Menge. "Ich bin momentan eigentlich erstmal nur am Aufräumen", sagt er. Das ist nötig, bevor es mit der eigentlichen Arbeit des jungen Landwirts losgehen kann. Vor knapp einem Monat ist der 34-Jährige mit seiner Frau Jana und den drei Kindern aus Oberkärnten in die alte Heimat zurück gekehrt. Dort hat Pistorius nach seinem Studium sieben Jahre lang auf einem gepachteten Biobauernhof gearbeitet.

"Wir wollten ohnehin zurück in die Heimat, weil uns die Nähe zur Familie gefehlt hat", sagt der Landwirt, der ursprünglich aus Callenberg stammt. Er hatte mitbekommen, dass das Lebenshilfewerk Hohenstein-Ernstthal für den Vierseithof am Pfarrgrund in Waldenburg eine Familie sucht, die dort dauerhaft lebt. "Erst später hat sich auch mein Arbeitsplatz hier ergeben", erinnert er sich. Pistorius ist beim Lebenshilfewerk angestellt, führt künftig die Landwirtschaft und wird die Garten- und Landschaftsgruppe des Lebenshilfewerks anleiten.

Seit Ende des vergangenen Jahres baut das Lebenshilfewerk den Vierseithof zu einer Wohn- und Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderung um. Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen bei über einer Million Euro. In diesen Tagen ist das Haus 2 fertig geworden. Im Obergeschoss lebt die Familie Pistorius, im Erdgeschoss werden die Geräte der Garten- und Landschaftstruppe gelagert. Dieses Haus wurde komplett neu gebaut. Die Bausubstanz des ehemaligen Pferdestalls war so schlecht, dass er nicht erhalten werden konnte.

Inzwischen sind auch im Haus 1 die Arbeiten losgegangen. Dort sollen im Obergeschoss Wohnungen für ein ambulant betreutes Wohnen entstehen. "Bis Ende Februar wollen wir hier fertig sein", sagt Ute Gläß, Geschäftsführerin des Lebenshilfewerks, das in diesem Jahr sein 25-Jähriges Bestehen gefeiert hat. "Leider ist Leader-Förderung deutlich geringer ausgefallen, als erhofft", sagt Ute Gläß. Unterstützt wird der Umbau dieses Gebäudes mit rund 43.000 Euro, ein Fünftel des erhofften Betrages. Mit rund 160.000 Euro fördert die Sächsische Aufbaubank den Bau der Werkstatträume, die im Erdgeschoss eingerichtet sind. Anfang des kommenden Jahres wird die landwirtschaftliche Fläche des Vierseithofes in Waldenburg deutlich erweitert. Das Lebenshilfewerk übernimmt den Landwirtschaftsbetrieb von Christina und Klaus Hentschel in Langenchursdorf - und damit auch die bekannte Aroniaplantage.

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