Brache: Stadt rechnet mit 14.000 Tonnen Altlasten

Noch 2020 soll der Auftrag für den Abriss des Meeraner Drews-Baus vergeben werden. Doch vorher muss noch die Wismut ran.

Meerane.

Nach den ersten radiologischen Untersuchungen rechnen Experten mit 14.000 Tonnen Altlastenabfällen, die sich im Untergrund der Drews-Brache befinden. Das teilte der Meeraner Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) während der jüngsten digitalen Sprechstunde mit. Denn mit dem Mega-Abriss der Industriebrache an der Äußeren Crimmitschauer Straße soll noch in diesem Jahr begonnen werden. "Ich gehe fest davon aus, dass wir den Stadträten im Oktober oder November den Beschluss für die Vergabe des Abrisses vorlegen können", so der Stadtchef.

Während die historische Halle keine Belastungen aufweist, haben die von einem Fachbüro durchgeführten Messungen in und an der großen Halle den Verdacht bestätigt, dass im Unterbau Schottermaterial verwendet wurde. "Wir haben deshalb von der Unteren Umweltbehörde die Auflage, weitere Bohrungen durch die Bodenplatten durchzuführen zu lassen", so der Bürgermeister. Derweil sind sich die Experten in einem Punkt einig: Es gibt zwei Arten von belastetem Material, das in der Industriebrache verbaut wurde. So sollen etwa 4000 Tonnen Haldenmaterial aus Zobes in Meerane liegen. Dabei soll es sich aber um taubes Gestein beziehungsweise Abraum handeln, der zwar mit Arsen belastet ist. Die radiologische Belastung würde aber unter dem Grenzwert liegen, so die Verwaltung. Weitaus aufwendiger lassen sich indes die geschätzten 10.000 Tonnen Haldenmaterial von der Uranerz-Aufbereitungsanlage Crossen entsorgen. "Das ist klassische radiologische Altlast, stark belastet, zum Teil auch über den Grenzwert", sagt Ungerer. Er geht davon aus, dass das "zerkleinerte ausgewaschene Steinmaterial unter anderem zum Niveauausgleich verwendet wurde - "teilweise mit Erde vermengt".

Die Kommune rechnet hinsichtlich der Beseitigung dieser Altlasten mit immensen Aufwendungen. "Das kann nur über die Wismut entsorgt werden", stellte der Rathauschef klar. Ersten Kalkulationen zufolge gehen das Fachbüro und die Stadt für den Ausbau, Transport und die Entsorgung von Gesamtkosten in Höhe von 2 Millionen Euro aus.

Für den Mega-Abriss stehen laut Kerstin Götze, Dezernentin für Bauwesen und Umwelt, Fördermittel in Höhe von 4 Millionen Euro zur Verfügung. Geld das über den sogenannten Europäischen Fonds für regionale Entwicklung fließt. Sobald die Brache größtenteils verschwunden ist, will die Stadt an gleicher Stelle eine Parkanlage mit Sitzgelegenheiten und viel Grün schaffen.

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