Kammgarnspinnerei: Stadt präsentiert Ideen für Brache

Wenn die Eigentümer mitspielen und Fördermittel fließen, verschwindet ein weiterer Schandfleck in Meerane. Was passiert mit dem Areal zwischen Rosa-Luxemburg-Straße und Leipziger Straße?

Meerane.

Für den Bau von Einfamilienhäusern und die Pflanzung von Bürgerbäumen soll das Areal, auf dem sich die ehemalige Kammgarnspinnerei in Meerane befindet, genutzt werden. Die Pläne wurden am Dienstagabend zur Sitzung des Stadtrates vorgestellt. Die Kommunalpolitiker stimmten einem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit dem Titel "Ehemalige Kammgarnspinnerei" zu. "Wir signalisieren damit, was wir auf dem Grundstück vorhaben", sagte Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos).

Die Idee: Auf den momentan unbebauten Flächen, die sich in der Nähe der Gerberstraße befinden, können sich Familien einmal den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. "Der Platz reicht für den Bau von sechs bis sieben Einfamilienhäusern aus", sagte Anneli Mahn vom Dezernat Bauwesen und Umwelt der Stadtverwaltung. Sie informierte, dass unter anderem noch geklärt werden muss, ob die Zufahrt über die Schulstraße oder die Rosa-Luxemburg-Straße erfolgt. Für die Villa, in der früher einmal eine Spielothek untergebracht war, gibt es einen Interessenten, der von Lothar Ungerer in die Kategorie "seriös" eingeordnet wird. "Der Investor war über den Zustand entsetzt, will aber die Sanierung in Angriff nehmen", sagte Ungerer. Der hintere Bereich, auf dem sich nun noch die Fabrikhallen befinden, soll als Grünfläche genutzt werden. "Das ist sinnvoll, da sich im Norden der Meerchenwald anschließt", sagte Anneli Mahn.

Der Meerchenwald wird seit zehn Jahren für die Pflanzung von Bürgerbäumen genutzt und könnte - wenn die Pläne aufgehen - auf die Kammgarnspinnerei-Flächen ausgedehnt werden. Deutliche Worte fand Lothar Ungerer zum Zustand der Industriebrache. "Das ist eine Schrott-Immobilie", sagte der Bürgermeister. Der jahrzehntelange Leerstand und Vandalismus hätten deutlich sichtbare Spuren am Komplex hinterlassen. Das Gelände gehört französischen Eigentümern. "Es gibt Signale, dass die Fläche zu einem symbolischen Preis verkauft werden soll", informierte Lothar Ungerer. Er teilte mit, dass der Vorstand der Aktiengesellschaft über das Thema mit der Stadt verhandelt. Ungerer bezeichnet die Strukturen beim Eigentümer als kompliziert: "Der Vorstand muss den Aufsichtsrat vom Schritt überzeugen." Für den Fall, dass die Brache in das Eigentum der Stadt übergeht, wollen die Verantwortlichen im Neuen Rathaus in Meerane durch einen Bebauungsplan gewappnet sein.

Die Kosten für den Abriss der ehemaligen Kammgarnspinnerei werden auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert. "Das können wir nur mit Fördermitteln schultern", sagte Ungerer und machte deutlich, dass die Stadt mit einem 90-prozentigen Zuschuss rechnet.

Die Finanzspritze für den Abriss könne dabei eher aus den Töpfen des "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" (kurz: Efre) als vom Freistaat kommen. Ungerer: "Das Landesprogramm ist eher für die Brachen in den kreisfreien Städten entwickelt."

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