Kloster-Umfeld: Bis Ostern soll ein Konzept vorliegen

Der Hilferuf aus Frankenhausen hat gewirkt. Jetzt fordert die Stadt Antworten auf zwei wichtige Fragen.

Frankenhausen.

Ein Teil der Flächen, die sich rund um das ehemalige Zisterzienserkloster im Crimmitschauer Ortsteil Frankenhausen befinden, präsentiert sich als Schandfleck. Dabei handelt es sich um Grundstücke, die einem Geschäftsmann aus Italien gehören. Ortschaftsrat und Verein "Sächsischer Heimatschutz" bringen momentan ein Konzept für die Entwicklung des Areals auf das Papier. "Die ersten Eckdaten sollen bis Ostern vorliegen", sagte Ortsvorsteher Stefan Rudert. Er machte deutlich, dass damit einige richtungsweisende Entscheidungen vorbereitet werden sollen: Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es? Welche Gebäudeteile können abgerissen werden? Wo lässt sich ein Spielplatz, den sich Familien mit Kindern aus dem Dorf schon lange wünschen, einordnen? "Das Kloster ist das Ortszentrum von Frankenhausen", unterstreicht Rudert.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich der Verein "Sächsischer Heimatschutz", der aus einer DDR-Umweltgruppe hervorgegangen war, um die Rettung der ersten Gebäude gekümmert. Die ehemalige Klosterschule präsentiert sich nach der Sanierung als Schmuckstück und beliebter Treffpunkt. Der Umbau des alten Witwenhauses zu einer Pilgerherberge hat begonnen. "Der Verein ist zu klein, um ein weiteres Riesen-Projekt zu stemmen", sagte Stefan Rudert. Rund 50 Frauen und Männer gehören zum Heimatschutz-Verein.


Im Oktober 2018 suchten die Verantwortlichen aus Frankenhausen auf Vorschlag von Ortschaftsrat Franz Weidenmüller den Kontakt mit den im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Dabei wurde auf die Probleme rund um das ehemalige Zisterzienserkloster aufmerksam gemacht. "Die Reaktion war durchweg positiv", sagte Rudert und berichtete von Besuchen der Kommunalpolitiker. Im Ergebnis der Gespräche wird nun auch am erwähnten Konzept gefeilt. Das war ein Auftrag von Oberbürgermeister André Raphael (CDU) an Ortschaftsrat und Trägerverein. Er sieht nicht nur Bedarf an den Gesprächen mit dem Geschäftsmann aus Italien. "Wichtig ist, dass wir wissen, wer Eigentümer der Flächen werden soll und wie eine Nutzung aussehen kann", sagte Raphael und machte deutlich, dass die Entscheidung durch den Stadtrat getroffen werden muss. Er verstand die Signale von Ortschaftsrat und Trägerverein als "Hilferuf".

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