"Klosterbruder" kommt nach Meerane

Der Spirituosenhersteller an der Glauchauer Straße hat die Markenrechte an dem Likör erworben. Der Betrieb rüstet daher seine Abfüllanlage auf.

Meerane.

Unter dem Dach des Unternehmens Friedrich Specht Söhne in Meerane werden künftig auch die Liköre Zinnaer Klosterbruder sowie Romanza Amaretto hergestellt. Wie Betriebsleiter Stefan Rühl bestätigt, hat die Firmenspitze des Haupthauses im schleswig-holsteinischen Bad Oldesloe hierfür die Markenrechte erworben. Details zu der Übernahme nannte der 51-Jährige aber nicht. Fest steht: Ab Juli sollen die Flaschen für die beiden Liköre übers Band der Meeraner Produktionshalle laufen. "Wir sind aktuell dabei, unsere Abfüllanlage für die neuen Flaschenformate anzupassen", erklärt der Betriebsleiter. Das sei mit Kosten von 150.000 Euro verbunden.

Das inhabergeführte Unternehmen hält nicht nur am westsächsischen Standort fest, es will auch weiter langfristig in Technik und Gebäude investieren. So hatte der Betrieb erst vor sechs Jahren eine Viertelmillion Euro in eine neue Destillation gesteckt. Derzeit wird die von der Glauchauer Straße erreichbare Zufahrt auf Vordermann gebracht. "Das war schon länger geplant. Jetzt endlich konnten wir die Sache angehen", sagt Rühl. So hatte die Firma zunächst das marode Gebäude Glauchauer Straße 7 erworben und abreißen lassen. "Dadurch war es möglich, die Zufahrt komplett neu zu bauen", fügt der Betriebsleiter an. Und nicht nur das: Dadurch sei die Zufahrt nun mit der postalischen Anschrift identisch. "Das war uns wichtig. Jetzt findet uns jeder, und das ohne Sucherei." Immerhin würden monatlich zwischen zehn und 15 Lkw das Gelände ansteuern. Neben der Haupteinfahrt gibt es zudem Überlegungen, ebenso den Innenhof neu zu gestalten. Rühl begründet das nicht zuletzt mit dem Abriss des ehemaligen Gasthofs "Münchner Hof", wodurch das Fabrikgelände auch vom Remser Weg aus noch besser einsehbar ist. Auch wolle die Firma im Zusammenhang mit der von der Kommune forcierten Neugestaltung der angrenzenden Grünfläche ihren Beitrag zur optischen Aufwertung des Stadtteils leisten.


Außerdem hat sich Rühl, der vor etwa zwei Jahren Thomas Schneider als Betriebsleiter ablöste, weiter auf die Fahnen geschrieben, das Image des Betriebes zu verbessern. "Uns ist die Wahrnehmung der Einwohner wichtig", erklärt Rühl. Das Unternehmen, das einen Umsatz in Millionenhöhe erwirtschaftet, zählt am Standort in Meerane 16 Mitarbeiter. Die sorgen dafür, dass jährlich etwa 1,2 Millionen Flaschen das Meeraner Werktor verlassen. Nach oben gebe es noch Luft. Bis zu 500.000 Flaschen mehr seien durchaus möglich. So lange nicht an der bestehenden 38-Stunden-Woche gerüttelt wird, hätte auch Betriebsrat Maik Gräfe nichts dagegen. "Das Arbeitsklima ist gut, wir haben einen 13. Monatslohn", sagt Gräfe. Außerdem bezahle das Unternehmen bereits seit Längerem deutlich mehr als den gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Gewerkschaft und Firmenleitung wollen auch weiter an einem Strang ziehen. Sie sehen das Unternehmen gut aufgestellt. So sei unter den Mokka-Likören der Mocca Edel aus Meerane weiter Marktführer in der Region. "Wir setzen ganz klar auf ein gesundes unternehmerisches Wachstum", erklärt Rühl. Das könnte aufgehen: Denn mit 5,4 Liter lag der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen 2018 in Deutschland auf dem Niveau des Vorjahres, sagt Angelika Wiesgen-Pick vom Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie in Bonn. Laut Statistischem Bundesamt wurden 713 Millionen 0,7-Liter-Flaschen verkauft. So kauften nach Darstellung von Wiesgen-Pick 61 Prozent aller Haushalte in Deutschland mindestens einmal Spirituosen ein. Die gesamte Spirituosenbranche inklusive Importeure erwirtschaftete einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...