Männer halten zusammen wie Pech und Schwefel

Bei der Feuerwehr in Großpillingsdorf gibt es auffallend viele, die seit gut 40 Jahren zu den Brandschützern gehören. "Freie Presse" ist diesem Phänomen nachgegangen.

Großpillingsdorf.

Es ist eine schwierige Situation: Wegen der Corona-Krise läuft momentan auch im Crimmitschauer Ortsteil Großpillingsdorf so gut wie nichts. Auch die sonntäglichen Treffen der Kameraden der örtlichen Feuerwehr im Gerätehaus zum Frühschoppen müssen ausfallen. Dabei sind es gerade die Mitglieder der Wehr, die für einen Großteil des kulturellen Lebens im Dorf sorgen. Doch es kommen auch wieder bessere Zeiten, sind sich die Kameraden sicher, von denen viele seit Jahrzehnten sozusagen zur Stange halten.

Für Bernd Köhler war es damals keine schwere Entscheidung, sich für die freiwillige Feuerwehr zu entscheiden. Das war 1979, als die heutige Ortsfeuerwehr von Großpillingsdorf noch zu Blankenhain gehörte. "Da lief das kulturelle Leben im Dorf in der Hauptsache noch über den 'Ulmenhof', in dem sich die aktiven Vereine getroffen haben und Veranstaltungen stattfanden", erinnert sich der heute 62-Jährige. Er hatte seinen Aufnahmeantrag für die Feuerwehr bei einem Frühschoppen unterschrieben. "Die Feuerwehr hat damals junge Leute gesucht", sagt Köhler, der auch im damaligen Dorfclub mitgearbeitet hatte. Die Feuerwehr bestimmte bereits zu dieser Zeit das Leben auf dem Dorf entscheidend mit. "Der damalige Wehrleiter war Sennon Petiak, der auch mich überzeugt hat", sagt Jürgen Bachmann. Der heute 57-Jährige kam ebenfalls 1979 mit seinen gleichaltrigen Kumpels Thomas Bachmann, Uwe Böttcher und Frank Urban - Letzterer war über viele Jahre der Leiter der Großpillingsdorfer Wehr - zu den Brandschützern. "Das war halt so, wir haben uns für unser Dorf engagiert", meint das Quartett. Die Motive, sich in der Feuerwehr einzubringen, waren aber durchaus verschiedene. Am Engagement für ihr Dorf hat sich aber bis heute nichts geändert. "Nachdem es den 'Ulmenhof' nicht mehr gibt, die Kneipe in Kleinpillingsdorf dicht gemacht hat und der Dorfclub seit Mitte der 1990er-Jahre nicht mehr existiert, ist in Großpillingsdorf halt die Feuerwehr der Mittelpunkt im Dorf", sagt Bernd Köhler und bekommt von seinen Mitstreitern geschlossen Zustimmung.

"Inzwischen sind bereits unsere Söhne ebenso aktiv in der Feuerwehr wie wir damals", sagt Frank Urban und zeigt auf ein Bild der Wettkampfgruppe der Großpillingsdorfer Feuerwehr, als diese innerhalb einer MDR-Fernsehreihe eine Rolle spielte. Die jungen Männer haben aber nicht nur Spaß an Lösch- angriff-Wettbewerben mit der modernen Tragkraftspritze (TS), wie es das Foto zeigt. "In unserem Gerätehaus steht noch immer eine modifizierte TS 8 aus DDR-Zeiten, mit der unsere Jungs bei den Wettkämpfen um den TGL-Cup starten", sagte der frühere Wehrleiter. Eigentlich soll im Mai auf der Wettkampfbahn in der Nähe des Gerätehauses ein solcher Wettkampf stattfinden. Doch nun muss man erstmal abwarten.


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