Neu-Vermessung Sachsens: Grundlage für viele Anwendungen

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Die Erde bewegt und verändert sich. Das hat praktische Folgen für das Messwesen, aber auch für viele Anwendungen von der Landwirtschaft bis hin zum autonomen Fahren. Deswegen werden aktuell bundesweit wichtige Messpunkte neu geeicht - auch in Sachsen.

Meerane (dpa/sn) - Sachsen wird neu vermessen. Im Zuge einer bundesweiten Kampagne sind derzeit Vermessungstechniker im Land unterwegs, um wichtige Messpunkte zu überprüfen, deren Koordinaten neu einzumessen und zu korrigieren. Einer dieser Trupps war am Donnerstag am Ortsrand von Meerane im Landkreis Zwickau im Einsatz.

Auf Messpunkten wie diesen beruhe das sogenannte geodätische Grundnetz, mit dessen Hilfe sehr präzise Ortsbestimmungen möglich seien, erläuterte Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU). Dies ermögliche viele praktische Anwendungen wie zentimetergenaues Arbeiten von Traktoren auf dem Feld, das Ausmessen von Grundstücken, bis bin zum autonomen Fahren. Schmidt: «Da geht es um Sicherheit und Menschenleben.»

16 solcher Messpunkte in Sachsen werden nun dieser Tage 24 Stunden lang von den Messtrupps neu eingemessen und das Ganze wird mit zeitlichem Abstand noch einmal wiederholt. So etwa auch in Niesky, Grimma, Schönbrunn und Schmorkau. Weil es um höchste Genauigkeit geht, nutzen die Fachleute dabei gleich drei Satellitennavigationssysteme: das US-amerikanische GPS, das europäische Galileo und das russischen Glonass. So sind auf dem Computerbildschirm von Vermessungstechniker Andreas Schubert in Meerane mehr als 20 farbige Punkte in einer Art Spinnennetz zu sehen. Das seien die Satelliten, von denen gerade Daten bezogen werden, erläuterte der Fachmann. Die werden dann in eine Cloud übertragen und später ausgewertet.

Die Arbeit der Vermessungstrupps an den einzelnen Punkten wird noch bis Mitte Juli laufen. Bundesweit sind es 250 Messpunkte von der See bis zu den Alpen, von Aachen bis Zittau, die es neu einzumessen gilt. Dann gehe es an die Auswertung der Daten, die mehrere Monate dauern werde, erklärte Martin Köhr vom Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen.

Erstmals war die Erfassung 2008 erfolgt. Mit Hilfe des Vergleichs könne nun herausgefunden werden, wie sich das Grundnetz seither bewegt habe, erläuterte Köhr. Veränderungen an den Messpunkten könnten etwa durch Bergbaufolgen oder Erschütterungen von Großbaustellen in der Nähe verursacht werden. Auch Auswirkungen des Klimawandels seien möglich, etwa durch Bodenveränderungen infolge von extremen Wetterereignissen wie lange Trockenheiten.

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