Radweg: Naturschutz noch umstritten

Die Nickelerzbahn-Trasse in Callenberg birgt auch in Sachen Artenschutz noch Konfliktpotenzial. Die Radfahrer müssen sich wohl noch gedulden.

Callenberg.

Ein Teilstück der Trasse der früheren Nickelerzbahn ist bereits asphaltiert und wird als Landwirtschaftsweg genutzt. Zwischen der Grumbacher Straße und dem Stausee Oberwald gibt es dort, wo einst die Gleise verliefen, nur einen unbefestigten und mit Bäumen gesäumten Weg. Einen konkreten Zeitplan für den Ausbau gibt es laut Bürgermeister Daniel Röthig (CDU) noch nicht. Naturschützer haben das Projekt schon mehrfach kritisiert und auch die Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau hat Bedenken. Hier wurden die Pläne bereits begutachtet. Dabei vermisste die Behörde nach Angaben von Landkreissprecherin Ilona Schilk einige Aspekte, unter anderem die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung, die Belange des Biotopverbunds und des besonderen Artenschutzes. Deshalb wurden Nachforderungen gestellt. "Diese Variante birgt naturschutzfachliches Konfliktpotenzial, ist jedoch nicht generell unzulässig", teilte Ilona Schilk hinsichtlich des geplanten Radwegbaus auf der alten Bahntrasse mit. Die Naturschutzbehörde sei grundsätzlich für neue Radwege, doch das dürfe nicht zu Lasten von Tieren und Pflanzen oder des Biotopverbundes gehen.

Das Thema Biotopverbund sieht auch Naturschutzhelfer Manfred Sonntag aus Oberlungwitz als wichtigen Aspekt. "Die alten Bahntrassen verbinden Lebensräume von vielen Tieren, die auf den intensiv genutzten Agrarflächen keine Rückzugsmöglichkeiten mehr haben", sagt er. Vögel, Insekten, Amphibien und kleine Säugetiere seien in den Grünstreifen zwischen den Feldern heimisch geworden. Ihren Lebensraum sollte man nicht einfach opfern, vor allem, wenn die Radwege vorrangig dem Freizeitspaß und nicht der Reduzierung des Autoverkehrs dienen. Als Alternative schlägt Sonntag vor, dass für geplante Radwege neue Trassen, zum Beispiel neben Straßen gesucht werden.


Ein weiteres Radwegprojekt in der Region stockt ebenfalls aus Naturschutzgründen. Der Radweg, der in Lugau beginnt und derzeit in Mittelbach endet, soll bis nach Wüstenbrand fortgesetzt werden. Doch bevor weitergebaut werden kann, wird untersucht, ob an der Schottertrasse unter Naturschutz stehende Tiere wie Zauneidechsen heimisch geworden sind.

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