Silvester: Polizei im Dauereinsatz

Zum Jahreswechsel sind die Beamten im Kreis Zwickau und dem Vogtland zu 177 Einsätzen ausgerückt. In Reinsdorf hat ein Mann seinen Bekannten mit dem Auto mitgeschleppt, in Hohenstein-Ernstthal schoss ein anderer ziellos umher.

Zwickau.

Die Beamten der Polizeidirektion Zwickau sind während der Silvesternacht zu insgesamt 177Einsätzen (einschließlich Verkehrsunfälle) in den Landkreisen Zwickau und Vogtland gerufen worden. Dabei handelte es sich unter anderem um acht Körperverletzungsdelikte mit zwölf verletzten Personen, 17 Sachbeschädigungen an Briefkästen, Zigarettenautomaten, Gebäuden und Pkw. Außerdem gab es 18Einsätze im Zusammenhang mit Bränden, dabei brannten nach Angaben eines Polizeisprechers überwiegend Müllcontainer. Drei Hausfassaden wurden verrußt. Nach ersten Schätzungen an den Einsatzorten entstand ein Schaden von mindestens 37.000 Euro.

In Reinsdorf wurde ein 39 Jahre alter Mann leicht verletzt, weil er nach einer Silvesterfeier einen alkoholisierten Bekannten am Autofahren hindern wollte. Obwohl er sich dazu in das Auto gelehnt hatte, fuhr der angetrunkene 38-Jährige mit seinem Renault los und schleifte das Opfer mit. Die Polizeibeamten trafen den Verursacher zu Hause an. Einen Alkoholtest lehnte er ab. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt und im Krankenhaus Blutproben entnommen.

Durch Böller beschädigt wurden unter anderem Briefkästen und Autos. Zudem wurden erneut Zigarettenautomaten gesprengt. Am Zennerberg in Mülsen St. Jacob verschafften sich zwischen 20 und 20.30 Uhr vermutlich zwei Täter gewaltsam Zugang zum Inneren eines Automaten und flüchteten anschließend mit einem weißen Pkw in Richtung Bundesstraße 173.

Kurz vor dem Jahreswechsel sprengten Unbekannte im Zwickauer Stadtteil Marienthal einen Automaten an der Ecke Julius-Seifert-Straße/Fritz-Heckert-Straße und stahlen Zigarettenschachteln.

In Hohenstein-Ernstthal hat es an Silvester ebenso einen bemerkenswerten Einsatz der Polizei gegeben: Am Dienstag ist ein 31-jähriger Mann mit einer Schreckschusswaffe durch Hohenstein-Ernstthal gelaufen und hat nach Polizeiangaben ziellos umher geschossen. Später stürmte die Polizei seine Wohnung und überwältigte ihn. Es war das dritte Mal innerhalb eines Jahres, dass der Mann auf diese Art aus dem Verkehr gezogen werden musste.

Der 31-Jährige sei am Silvestervormittag durch Hohenstein-Ernstthal getorkelt. Dabei habe er mit einer Pistole herumgefuchtelt und wild um sich geschossen, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Zwickau mitteilte. Zunächst konnte die Polizei den Mann trotz Fahndung nicht schnappen. Am Nachmittag schoss er erneut auf offener Straße. Die Beamten konnten ihn identifizieren und wenig später in seiner Wohnung überwältigen. Jetzt befindet er sich in einer geschlossenen medizinischen Einrichtung.

Im Januar 2019 hatte der Mann Schüler und Lehrer des Lessinggymnasiums in Angst und Schrecken versetzt. Er war in das Sekretariat der Schule gestürmt und hatte gedroht, Personen zu verletzen. Erst durch einen Großeinsatz konnte er geschnappt werden. Im November randalierte der 31-Jährige nachts in seinem Wohnhaus. Als die Beamten eintrafen, bedrohte er sie zuerst mit einem Messer, dann verschanzte er sich. Es dauert Stunden, bis die Polizei ihn überwältigen konnte.

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