Unterwegs im Land der Gegensätze

Die Glauchauer Studentin Stefanie Feller hat per Anhalter den Iran bereist und ein Land zwischen Kopftuchzwang und großer Gastfreundschaft erlebt.

Glauchau.

"Iran? Was willst du denn dort? Das ist doch kein Urlaubsort!" So hören sich oftmals die Reaktionen an, wenn Stefanie Feller von ihren spannenden Reisen in den Iran erzählt. Jetzt war die junge Frau Gast im Clubkino in Glauchau und sprach vor über 50 interessierten Zuhörern.

Trotz Vorurteilen über Sittenpolizei und Burkas hatte die 32-Jährige, die in Glauchau an der Staatlichen Studienakademie studiert, den Schritt gewagt und war per Anhalter durch den Iran gereist. "Ich wollte ein Gefühl für das Land und seine Menschen bekommen und habe mich deshalb entschieden, zu trampen. Außerdem war es eine kostensparende Möglichkeit", sagt sie. Mittlerweile ist die Abenteurerin eine erfahrene Orientreisende und kennt das Land wie ihre Westentasche. Gerüstet mit einem Hijab - einem islamischen Kopftuch - hat die aus der Sächsischen Schweiz stammende Studentin über viele Monate - zuletzt im Jahr 2017 - die Städte und Naturwunder der Islamischen Republik erkundet.

Die Erfahrungen, die sie dort gemacht hat, prägen sie noch heute. "Die Gastfreundschaft, die ich im Iran erlebte, war einzigartig. Die Iraner lieben Ausländer, die den Weg in ihr Land finden. Ob jung oder alt, jeder möchte wissen, wo man herkommt. Ich habe während meiner Reisen viele Einladungen von Iranern erhalten", sagt Stefanie Feller.

Überhaupt habe der Iran ihrer Meinung nach architektonisch einiges zu bieten. "Die zahlreichen wunderschönen Moscheen in Städten wie Teheran, Isfahan oder Yazd laden ein auf Entdeckungstour zu gehen. Es gibt zahlreiche Parks, wo sich abends Familien und Freunde zum Picknick einfinden", sagt sie.

Als Frau im Iran zu reisen sei, abgesehen von der Kleiderordnung, ihrer Meinung nach kein Problem. "Ich fühle mich in europäischen Großstädten nicht so sicher wie ich mich im Iran gefühlt habe. Es gibt so gut wie keine Kriminalität, schon gar nicht gegen Ausländer. Die Iranerinnen selbst sind entgegen dem, was man vielleicht annehmen würde, starke, selbstbewusste Frauen. Die meisten sind gebildet und berufstätig", sagt die Studentin.

Trotz der aktuellen politischen Lage plant Stefanie Feller im Herbst abermals in den Iran zu reisen und eine befreundete iranische Familie zu besuchen: "Der Iran ist durch unsere Medien sehr stigmatisiert und hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Man sollte jedoch nicht die Weltpolitik mit den Menschen vor Ort verwechseln", sagt sie.

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