Vater und Sohn prägen Kirchengeschichte

Heimatgeschichte: Der Name Meurer ist eng mit der Region verbunden. Doch wer verbirgt sich dahinter?

Hohenstein-Ernstthal.

Im Zusammenhang mit der Restaurierung eines Gemäldes für die St.-Christophori-Kirche in Hohenstein-Ernstthal und mit dem 160. Jubiläum der Katharinenkirche in Callenberg taucht der Familienname Meurer auf. Doch wer waren die Meurers, woher kamen sie, und was ist von ihnen geblieben?

Der spätere Theologe Moritz Meurer sen. wurde 1806 in Pretzsch an der Elbe als Sohn eines preußischen Beamten und seiner Ehefrau geboren, ab 1819 besuchte er die Fürstenschule in Grimma, studierte in Leipzig Theologie, wirkte später in Wittenberg und Weißenfels. Schließlich holte ihn Fürst Otto Victor I. von Schönburg 1834 nach Waldenburg mit einem Patronat in Schwaben. 1841 wurde er Pfarrer in Callenberg, wo er bis zum Ende seines Lebens 1877 wirkte. Er war ein überaus aktives Glied in der damaligen Gesellschaft, war Mitglied der Landessynode. 1840 bis 1847 gab er das Gemeindeblatt "Der Pilger aus Sachsen" heraus, später oblag ihm die Redaktion des "Sächsischen Kirchen- und Schulblattes". Unzählige Artikel in Zeitungen und Zeitschriften und mehr als 15 Bücher gehen auf ihn zurück, unter anderem eine Reihe von Biografien - so über Luther, Katarina von Bora, Philipp Melanchthon, Johann Bugenhagen.

In seiner Waldenburger beziehungsweise Callenberger Zeit wurden ihm und seiner Ehefrau in 13 Jahren elf Kinder geboren, so auch 1839 Moritz Meurer jun., der spätere Kunstmaler; 1840 und 1844 seine Söhne Siegfried und Coelestin, die sich später als Unternehmer im Maschienenbau einen Namen machten. Unter seiner Regie wurde in den Jahren 1855 bis 59 die Katharinenkirche in Callenberg errichtet. Seinem Sohn erteilte er den Auftrag für ein Wandgemälde, das sich auf der Nordseite der Kirche befindet und die Opferung des Isaaks zum Inhalt hat.

Meurer sen. war gut vernetzt, was ihn für seine vielfältigen Aktivitäten äußerst dienlich gewesen ist. So organisierte er 1863 eine große Ausstellung von kirchlichen Kunst- und Gewerbserzeugnissen im Mineralbad in Hohenstein. Hochkarätige Werke aus ganz Sachsen flossen in diese Exposition ein. Zur Ausstellungseröffnung erschienen unter anderen der Fürst von Schönburg-Waldenburg mit Gattin und die Grafen Alban und Karl von Schönburg-Glauchau. Auch seine Excellenz Staatsminister von Falkenstein, der einst Karl Mays Entlassung aus dem Waldenburger Lehrerseminar, aber ebenso seine Wiederaufnahme der Ausbildung in Plauen verfügte, gab sich die Ehre. Vater Meurer band auch hier seinen Sohn Moritz mit ein, es entstand der "auferstandene Christus". Mit der Auflösung der Ausstellung wurden viele Exponate in Kirchen der Umgegend untergebracht, so gelangte das Gemälde von Meurer jun. 1864 als Altarbild in die Hohensteiner Kirche, als solches blieb es bis 1888, bis es schließlich im Archiv verschwand. Gegenwärtig wird es restauriert und wird wieder einen Platz in der Kirche finden.

Der Künstler Moritz Meurer lässt wurde 1839 in Waldenburg geboren. Ab 1856 studierte er an den Kunstakademien in Dresden und München, lehrte an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, erlangte den Titel eines Professors und zog 1884 nach Rom. Er veröffentlichte Werke zur Schulreform auf den Kunstsektor und zur Formenlehre des Ornaments und der Pflanze. 1916 starb er in Dresden.

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