Alarmstufe rot: Helmnot-Theater und Museum setzen Zeichen

Viele Gebäude in der Region wurden in der Nacht zu Dienstag angestrahlt. Damit machte eine Branche auf ihre Situation aufmerksam.

Hohenstein-E./Lichtenstein.

So toll hat das Helmnot-Theater noch nie gestrahlt. Die renommierte Kultureinrichtung aus Lichtenstein hat sich in der Nacht zu Dienstag an der bundesweiten Aktion "Night of Light" beteiligt. So schön das alles auch anzusehen war, so bitter war der Anlass: Das Helmnot-Theater beteiligte sich an der Aktion, um auf die schwierige Lage in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.

Der Künstlerische Leiter Dirk Grünig: "Vielen in der Bevölkerung ist überhaupt nicht bewusst, wie verheerend die Situation bei uns ist." Zwar seien zwischen bei den Theatermachern Spenden in Höhe von 18.900 Euro eingegangen, dafür habe aber die Sächsische Aufbaubank einen 50.000-Euro-Kredit nach zwischenzeitlicher Zusage nicht gewährt. Während es aus der Stadtverwaltung bislang keine Nachfrage gekommen wäre, habe sich wenigstens die SPD-Stadtratsfraktion einmal erkundigt, wie die Lage bei Helmnot sei. "Nun warten wir ab, was die neu aufgelegten Konjunkturpakete bringen. Ohne Hilfe werden wir im Oktober nicht mehr existieren", so Grünig.

In Hohenstein-Ernstthal leuchtete die Fassade des Textil- und Rennsportmuseum im kräftigen Rot. Gegen Mitternacht gab es auch noch ein paar Sterne und andere Effekte zu sehen. Dafür verantwortlich waren Rayk Rottluff aus Chemnitz und Peter Hentschel aus Wüstenbrand, die zusammen als "PR - Sound & Light Project" arbeiten. Derzeit können und dürfen sie das aber nicht. "Alle unsere Aufträge wurden abgesagt", klagt Hentschel, der normalerweise für die Tontechnik zuständig ist. Am Museum blieb es aber ruhig. Denn Musik und gute Laune würden nicht zu der Aktion passen. Dafür hatte Rayk Rottluff knapp 30 verschiedene LED-Strahler am Museum aufgebaut. Manche davon sind beweglich, außerdem kann die moderne Technik auch die Farben unkompliziert wechseln oder bewegliche Effekte an die Fassade zaubern. Er und sein Geschäftspartner haben derzeit Glück und Unglück zugleich. Sie arbeiten nur nebenberuflich in der Veranstaltungsbranche. So können sie immerhin noch im normalen Beruf Geld verdienen. Allerdings gibt es auch keine staatlichen Zuschüsse, wenn Unternehmer in ihrem Nebenjob von erheblichen Einnahmeausfällen betroffen sind. "Die Veranstaltungsbranche ist sehr vielseitig und hat keine einheitliche Lobby, die sich für sie stark macht", erklärt Hentschel. Deshalb wollten die Unternehmen ein Zeichen setzten. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern erstrahlten bei der "Night of Light" viele Lichter mit dem mahnenden Appell.

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