Aula des Gymnasiums ist nicht ganz vergessen

Lichtenstein bemüht sich, den Stadtteil Callnberg inklusive der Schule ins Stadtumbau-Programm zu bekommen. Dann gäbe es Fördermittel.

Lichtenstein.

Die bei der millionenschweren Sanierung des Schneidergymnasiums offenbar vergessene Aula ist doch noch nicht vergessen. Laut Lichtensteins Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) ist eine Restaurierung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten mittelfristig vorgesehen.

Nordheim zufolge wurden während der Sanierung im Zeitraum von 2008 bis 2015 6,6 Millionen Euro in die Schule gesteckt. Das Geld floss vor allem in den Brandschutz, das Schaffen von Barrierefreiheit und die energetische Sanierung in den beiden Gebäuden: Haus 1 am Lutherplatz und Haus 2 in der Webendörfer Straße.


Nach Prüfung der prioritären Maßnahmen und in Abstimmung mit der Schulleitung beschloss der Stadtrat damals, sich auf jene Arbeiten zu konzentrieren, die für das Funktionieren des Schulbetriebes notwendig sind. Für neue Elektrik oder einen Anstrich in der "Guten Stube" des Hauses, in die oft genug Ehrengäste gebeten werden, fehlte das Geld. Die Aula bekam Nordheim zufolge lediglich eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage.

Bis heute hat der an sich ehrwürdige Raum den Charme einer Baustelle: Baustrahler leuchten den Raum aus, an der Decke blitzen in einer Ecke Originalfarben, das hölzerne Eingangsportal braucht dringend einen neuen Schliff, das Parkett ist abgetragen. Schulleiter Michael Hausmann weicht oft genug auf die Aula der Außenstelle aus. Er würde sich freuen, wenn die Sanierung bald beginnen würde.

Die Stadt versucht nun, den Stadtteil Callnberg inklusive der Schule ins Stadtumbau-Programm hineinzubekommen. Wenn die Aufnahme in dieses Programm gelingt, das Fördermittel verspricht, können die Grundlagen für eine Finanzierbarkeit der Investitionen unter anderem in die Aula des Gymnasiums geschaffen werden. Nordheim zufolge sind für weiterführende Sanierungsmaßnahmen am Gebäude inklusive Aula insgesamt 750.000 Euro veranschlagt.

Vor mehr als 160 Jahren machte Fürst Otto Victor von Schönburg-Waldenburg (1785 bis 1859) einen überaus mutigen Schritt und stiftete das Callnberger Lehrerinnenseminar, das erste und zeit seines Bestehens auch das einzige weibliche Seminar in Sachsen. Heute ist dort das Schneidergymnasium untergebracht. (mitjke)

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