Bademeister freut sich: Traumstart in die Ferien-Saison

Auch wenn das Wetter am Freitag nicht ganz so toll war - bisher stimmen im Sommerbad Gersdorf die Besucherzahlen. Es kamen über 5000 Gäste.

Gersdorf.

Vier Jungs und echte Adrenalin-Junkies, wie sie sich bezeichnen, hasten die Leiter des Sprungturms hinauf. An der Kante des Fünf-Meter-Brettes wird kurz für die Zuschauer posiert, dann nehmen Elias Dorfmüller (14), Nico Kretschmar (18), Jonas Hochmuth (16) und Janek Müller (14) nebeneinander Aufstellung. Das mit dem Synchronspringen klappt nicht so ganz, dafür wird das Publikum mit einem wunderbar basslastigen Knall und einer meterhohen Fontäne belohnt, als Elias im Feuerstuhl auf die Wasseroberfläche prallt. Bei dieser Sprungtechnik handelt es sich um eine leichte Abwandlung der sogenannten "Arschbombe".

Die vier Jungs aus Lugau, Bernsdorf und Hohenstein-Ernstthal sind Dauergäste im Sommerbad von Gersdorf und fast jeden Tag zugegen. "Ein geiles Bad, besonders der Sprungturm", schwärmt Jonas Hochmuth. Auch Bademeister Daniel Baumgärtel freut sich über einen gelungenen Start in die Feriensaison. Allein am Donnerstag hatten bis 15Uhr mehr als 250 Gäste rund um das genormte 50 mal 50 Meter große Schwimmbecken das sonnige Wetter genossen. Von einem gut besuchten Tag spricht auch Bürgermeister Erik Seidel, und das, obwohl viele Gäste erst noch eintreffen würden. Auch die bisherigen Zahlen für die Saison stimmen. Mehr als 5200 Besucher wurden seit der diesjährigen Eröffnung am 18.Mai gezählt. Das ist fast die Hälfte aller Besucher, die sich im kompletten Vorjahr in dem 1938 als Volksbad eröffneten Betrieb tummelten.

Ein Rundgang über das Gelände offenbart: Der Begriff Volksbad - auch heutzutage nicht ganz unpassend. Ob jung oder alt, Familie oder Clique - jeder findet sein Plätzchen an dem Ort mit dem besonderen historischen Charme. Da wären zum einen die Holz-Umkleidekabinen, die seit 1938 einen Teil des Geländes umschließen, sowie eine Wasserrutsche aus dem gleichen Jahr. Einige der älteren Badegäste wie Walburga Schüttoff aus Gersdorf kommen fast schon ihr ganzes Leben in das Bad. Die älteste Besucherin ist sie aber noch lange nicht. Da gäbe es einige andere, die"fast schon so alt wie das Bad selber sind", witzelt eine Rentnergruppe.

Entspannend findet Bademeister Daniel Baumgärtel die Arbeit in Gersdorf. "Alle vertragen sich hier", sagt der 46-Jährige. Dass Jung und Alt so gut miteinander auskommen, könnte auch mit der Bauweise des Bades zu tun haben. Ein Stück hinter dem Schwimmbecken, neben dem alten Vorwärmteich, der einst zur Versorgung des Schwimmbeckens diente, liegt ein abgeschiedener Bereich. Hier, wo es auch etwas lauter und wilder zur Sache gehen darf, haben sich Nico Kretschmar und seine Clique mit einer Musikanlage niedergelassen.

Kurz vor 16 Uhr ziehen dann Wolken auf. Schon kurz darauf - strömender Regen. Das Bad leert sich schnell. Auch die Jungs und Mädels der Jugendclique wandern in Richtung Ausgang. Ob das bisschen Regen den Adrenalin-Junkies denn etwas anhaben könnte? "Natürlich nicht", antwortet einer der Jungs. "Aber der Computer daheim wartet."

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