Bagger packen Kraut an der Wurzel

Im Lungwitzbach wachsen bis zu drei Meter hohe Pflanzen, die sich schnell verbreiten. Der Oberlungwitzer Bauhof hat den Kampf dagegen trotzdem aufgenommen.

Oberlungwitz.

Der Oberlungwitzer Bauhof widmet sich derzeit intensiv dem Lungwitzbach. Denn der ist an verschiedenen Stellen, darunter im Bereich der Fabrikgebäude von FSO, in diesem Sommer völlig zugewuchert. Bis zu drei Meter hoch wächst das Indische Springkraut hier, außerdem gibt es Verlandungen im Bachbett, auf denen schon Gras und kleine Büsche wachsen. Mit Schaufel und Bagger wird nun dafür gesorgt, dass der Bachlauf wieder frei wird. Die Wanderbaustelle an der B 173 kommt dank einer Genehmigung des Landratsamtes ohne Ampel aus, doch einige Behinderungen für Verkehrsteilnehmer gibt es trotzdem. Der Bauhof selbst steuert die Wanderbaustelle im Akkord mit den Multicar-Kleintransportern an. "Wir fahren das ganze Material zunächst auf den Bauhof, wo es nach dem Trocknen in Container kommt", sagt Bauhofleiter Ralph Leichsenring. Neben dem Bereich am FSO-Gelände will sich der Bauhof diese Woche auch noch einen Bachabschnitt in Richtung der Stollberger Straße vornehmen, der ebenfalls dicht bewachsen ist.

Der Bewuchs kann im Fall eines Hochwassers für Probleme sorgen, weil dann der Abfluss des Wassers behindert wird. Außerdem können die Pflanzen auch weggespült werden und dann unter Umständen Brücken verstopfen. Dauerhaft verschwinden wird das Indische Springkraut aber auch durch den jetzigen Einsatz nicht. "Es kommt wieder, aber hier erst mal nicht so stark wie wir es jetzt hatten", schätzt Leichsenring ein. Die Pflanze mit den rosafarbenen Blüten breitet sich an vielen Bächen der Region und stellenweise auch an Wiesen oder in Wäldern aus. "Standorttypische Vegetation wird durch die rasche und großflächige Ausbreitung des Indischen Springkrautes immer mehr zurückgedrängt. Die faustgroßen Wurzelballen bieten dem Ufer keinen Erosionsschutz", erklärt Britta Andreas, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Die Behörde sieht sich an den größeren sächsischen Fließgewässern vielerorts mit dem Springkraut konfrontiert. Dessen Ausbreitung dürfte kaum zu stoppen sein. Denn die Samen springen ein ganzes Stück weg und sind zudem schwimmfähig, was die Verbreitung entlang von Bächen fördert. Es ist davon auszugehen, dass die derzeitigen Bemühungen nur vorübergehend von Erfolg gekrönt sein werden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...