Bauteile-Hersteller investiert in neue Halle und neue Maschinen

Die Firma Deltanull mit Sitz in Pleißa hat sich der Präzisionsfertigung verschrieben. Wegen voller Auftragsbücher steckt das Unternehmen eine Million Euro in eine Erweiterung. Auch beim Namen gibt es Veränderungen.

Pleißa.

Bei der maschinellen Fertigung von Produkten kommt es auf die Stückzahl an. Je mehr Teile gleicher Bauart in Serie hergestellt werden, desto effektiver und günstiger wird es. Bei der Firma Deltanull- Mitec scheint dieser Grundsatz jedoch nicht zu gelten. Oft stellt das Unternehmen mit Sitz im Gewerbegebiet Süd in Pleißa Einzelteile her. "Wir freuen uns schon, wenn wir eine Serie mit vier Teilen haben", sagt Geschäftsführer Steffen Eckert, der zugleich Gesellschafter ist. Diese Einzelstücke haben ihren Preis: Auch wenn die Produkte zum Teil nur wenige Zentimeter lang und breit sind, können sie mehrere Hundert Euro kosten.

Das hindert Firmen wie den Automobilzulieferer Continental oder die Sondermaschinenbauer USK (beide aus Limbach-Oberfrohna) und Sitec (Chemnitz) aber nicht daran, bei Deltanull zu bestellen. Das erst zehn Jahre alte Unternehmen fertigt Bauteile aus Metall für den Maschinen- und Anlagenbau, die je nach Wunsch anschließend bei Partnerfirmen beschichtet oder in anderer Weise veredelt werden. Die sogenannten Präzisionsbauteile heißen so, weil ihre Maße in Mikrometern angeben werden, wobei ein Millimeter 1000 Mikrometer entspricht. Nach Eckerts Angaben können Differenzen von einigen Mikrometern entscheidend sein - "sonst passen die Teile nicht in die Maschinen".

Der Anspruch der Firma zeigt sich auch in ihrem Namen: Deltanull soll bedeuten, dass die Abweichung zwischen beauftragtem und hergestelltem Produkt nahe Null liegt - im Mikrometer-Bereich, versteht sich. Die bisherige Bezeichnung Mitec wird derzeit noch angehängt, soll bald aber komplett aus dem Namen verschwinden. Sie verwies auf die Mikrobearbeitung, also das Schneiden oder Fräsen von kleinsten Konturen, die für das menschliche Auge nicht zu erkennen sind. Diese Dienstleistung bietet der Betrieb zwar nach wie vor an. "Sie reicht aber nicht, um das Überleben zu sichern", erklärt Eckert. Der neue Name soll auf das breitere Portfolio hinweisen.

Auch sonst ist bei Deltanull gerade einiges in Bewegung. Der Firmensitz an der Johann-Esche-Straße wird erweitert. Bislang standen für Produktion und Büros etwa 300 Quadratmeter zur Verfügung, nun kommt ein weiteres Gebäude mit derselben Größe hinzu. Baustart für die Halle mit Wänden aus Stahl war im September, bereits Mitte Oktober wurde Richtfest gefeiert. Noch in diesem Jahr soll das Projekt abgeschlossen werden. "Wir haben schon neue Maschinen bestellt, die im nächsten Jahr geliefert werden", sagt der Geschäftsführer. Er geht davon aus, dass im März 2019 der Betrieb im Erweiterungsbau aufgenommen werden kann. Insgesamt investiert Deltanull etwa eine Million Euro in das Gebäude und den Maschinenpark.

Die Erweiterung ist nötig, weil in der Produktion der Platz ausgeht. Wer die Fertigungshalle betritt, läuft fast direkt gegen eine Maschine. "Es ist alles ein bisschen eng hier", stellt Eckert fest. Der 38-jährige Maschinenbau-Ingenieur aus Chemnitz hat keine Sorgen, dass seine Firma nach der Erweiterung nicht ausgelastet sein wird. Denn die Auftragsbücher von Deltanull sind voll. Derzeit wird mehr gefertigt, als die Kapazität des Unternehmens eigentlich hergibt. Konkrete Geschäftszahlen will Eckert nicht nennen, verrät aber, dass der Umsatz binnen zwei Jahren um 20Prozent gestiegen ist. Schon jetzt schließt er nicht aus, dass mittelfristig die nächste Erweiterung ansteht.

Parallel soll die Anzahl der Beschäftigten wachsen. Derzeit arbeiten 15 Personen bei Deltanull, die meisten davon CNC-Fräser und Programmierer. Im nächsten Jahr sollen es laut Eckert 17 sein, perspektivisch 20. Ab Herbst 2019 will die Firma erstmals einen Ausbildungsplatz für einen Zerspanungsmechaniker anbieten. Obwohl das Unternehmen vergleichsweise klein ist, wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Wie der Firmenchef erklärt, reicht es aber mitunter, wenn nachts zwei Beschäftigte in der Produktionshalle stehen. Als Ausgleich muss nur in Ausnahmefällen am Wochenende gearbeitet werden. Als weiteres Plus nennt Eckert die vertraute Atmosphäre in der Firma: Jeder kennt jeden, regelmäßig treffen sich die Beschäftigten auch außerhalb der Arbeit, etwa zum Kegeln. Es ist nicht einmal vermessen, bei Deltanull von einem Familienbetrieb zu sprechen: Eckerts Frau Heike kümmert sich um die Buchhaltung.

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