CDU und Linke erwarten schwierigen Umgang mit AfD

In Hohenstein-Ernstthal und anderen Orten ziehen Kandidaten der rechten Partei in die Stadt- und Gemeinderäte ein. Wie soll mit ihnen umgegangen werden?

Hohenstein-Ernstthal.

Die Situation ist neu - und für die meisten kompliziert. Wenn sich am 9. Juli der neue Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal konstituiert, wird erstmals die rechtsgerichtete AfD in dem Gremium sitzen. Die Partei zieht mit fünf Kandidaten in den Stadtrat. Jetzt suchen die Parteien nach einem Weg, wie sie mit den neuen Stadträten umgehen wollen.

Doch so einfach wird das wohl nicht. Der Fraktionschef der CDU im Stadtrat von Hohenstein-Ernstthal, Dirk Trinks, war von 1990 bis 1994 der erste Nachwende-Bürgermeister, seither ist er Stadtrat. Er wird wohl auch in der neuen Legislatur die Fraktion führen. Trinks ist also ein alter Hase. Aber auch er scheint noch ratlos. "Am Mittwoch führen wir eine Fraktionssitzung durch", erklärte er am Montag. Dort will die CDU-Ortsgruppe nicht nur den amtierenden Oberbürgermeister, Lars Kluge, für die OB-Wahl am 1. September nominieren. Auf der Sitzung werden die Fraktionsmitglieder auch beraten, wie sie mit der AfD verfahren.


Gabriele Dreyer, CDU-Stadträtin und Geschichtslehrerin am Lessinggymnasium, sieht die Sache ebenfalls problematisch. Sie sagt: "Wir werden im Stadtrat über konkrete Dinge reden müssen, ob es uns gefällt oder nicht. Es gibt aber eben diese Diskrepanz zwischen kommunalpolitischen Themen und Dingen, die diese Partei insgesamt will. Das wird den Umgang mit ihr schwer machen."

Auch die Linksfraktion tut sich schwer mit dem neuen Konkurrenten. Ihr Vorsitzender Alexander Weiß: "Ich hatte schon beim Wahlkampf auf dem Altmarkt ein unsachliches Treffen mit Vertretern der AfD. Ich werde sie an ihren Taten messen, auch wenn es mir schwerfällt." Weiß sagt aber auch, dass fünf AfD-Stadträte eine schlechte Außenwerbung für die Stadt darstellen.

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