Dampf beim Feuerwehrfest

Die Freiwillige Wehr Lichtenstein zeigte Fahrzeuge von neu bis museumsreif. Und auch für Gaumen und Ohren wurde gesorgt.

Lichtenstein.

Am Sonntagvormittag steigt Dampf auf beim Kinder-und Feuerwehrfest in Lichtenstein. Doch wurde dort nicht der Ernstfall geprobt, sondern ein deftiger Erbseneintopf zubereitet. Frank Steinbach steht an der über dreißig Jahre alten Gulaschkanone und serviert eine Suppenschale nach der anderen. Angst, dass von den über 200 Portionen etwas übrig bleibt, hat der 65-jährige Koch der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenstein keine. "Wer behauptet, irgendwas komme aus der Dose, erzählt Quatsch." Manche Besucher kämen jedes Jahr mit ihren Töpfen zum Fest, um etwas von Steinbachs herzhaften Köstlichkeiten daheim verspeisen zu können.

Die Gulaschkanone in Feuerwehrrot kommt normalerweise auf Polterabenden und anderen Festen zum Einsatz. Steinbachs eigentliche Aufgabe besteht aber darin, die ehrenamtlichen Feuerbekämpfer, besonders bei längeren Einsätzen, mit Speis und Trank zu versorgen. Und eben jene zeigten gestern, was in der Garage steht. Zehn Feuerwehrautos präsentierten die Lichtensteiner, die restlichen 14 kamen aus St. Egidien, Bernsdorf, Heinrichsort und Mülsen-St. Micheln. Die Feuerwehrautos erfreuten vor allem die jungen Gäste. Und gerade die möchte der Lichtensteiner Ortswehrleiter Marco Joneleit gewinnen. Zwar seien gerade alle 30 Plätze bei der Jugendfeuerwehr belegt. Nachwuchs gäbe es aber nie genug, denn mit dem Eintritt in die Grundausbildung ab dem 17. Lebensjahr ziehe es die jungen Freiwilligen häufig von Lichtenstein weg. Trotz schlechten Wetters am Samstag, das möglicherweise einige Besucher kostete, ist der Ortswehrleiter mit der Zahl der Gäste zufrieden. Die konnten sich auch am Auftritt der Feuerwehrkapelle erfreuen. Nur wenige Freiwillige Feuerwehren leisten sich noch ein eigenes Orchester, sagt Arndt Nozon, der die Truppe seit 25 Jahren leitet. Wohl ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Lichtensteiner. Dass deren Böhmische Blasmusik gut ankam, zeigte sich vor allem durch eins: Sobald die ersten Töne von der Bühne erklangen, ließ der Andrang an Steinbachs Gulaschkanone etwas nach.

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