Das ist der Alltag eines Zirkus-Lamas

Susi reist mit dem Zirkus durch die Lande. Jetzt macht sie in Oberlungwitz Station. Das Lama kann sich über seinen "Berufsalltag" nicht beschweren, nur manchmal wird es eng.

Oberlungwitz.

In einer schattigen Box, unterlegt von Stroh, entspannt sich Susi. Das Lama ist eines der 30Tiere des Zirkus Aeros, der noch bis Sonntag neben dem Sachsenring in Oberlungwitz gastiert. Neben Susi, im gut sieben Quadratmeter großen Gehege, schmatzt Esel Baby-Blue zufrieden vor sich hin. So kann man es aushalten, wie es scheint.

Susis Arbeitsalltag gehört nicht zu den härtesten. Während der abendlichen Vorstellung ist sie Teil des "Exoten-Zugs": In der Manege dreht sie einige Runden mit ihren Kollegen, dem Kamel Tamara, dem Dromedar Prinz, den exotischen Rindern Max und Indria, den Zebras Afrika und Savanna - und natürlich mit ihrem Kumpel aus der Box, dem Esel Baby-Blue. Das war es dann auch schon fast. In der Vorstellungspause dürfen die Zuschauer Susi und die anderen Tiere besuchen. Im Programmheft des Zirkus' steht, sie "können sich davon überzeugen, dass es unseren Tieren gut geht." Den restlichen Tag hat Susi im Grunde genommen frei.

Sie frisst dann Sellerie und Brot und läuft ein paar Runden auf der Weidefläche hinter ihrer Box. Hier am Standort in Oberlungwitz gibt es viel Platz, nebenan rauschen die Autos auf dem Sachsenring vorbei. Ihren Auslauf nutzt Susi allerdings lieber, wenn nicht gerade die Kamel-Herde vom Zirkus dort weidet. "Vor der ganzen Truppe fürchtet sie sich", erzählt Jaline Schmidt vom Zirkus Aeros. Sie kümmert sich um Susi. Trainieren muss sie das Lama nicht, Susi kennt das Laufen in der Manege und den Kontakt mit Besuchern von Geburt an.

Neben den Auftritten mit den anderen Tieren, dem Ausruhen in der Box, dem Auslauf und dem Fressen gehört noch etwas zu Susis Alltag: das Reisen. An etwa 30 Stationen macht der Zirkus jährlich Halt, ein festes Lager hat er nicht. Tierschützer sehen die vielen Transporte kritisch, so zum Beispiel James Brückner, Fachreferent für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. "Dem Platzbedürfnis der Vierbeiner kann beim Transport nicht entsprochen werden", findet er. Auch Jaline Schmidt weiß, dass die Transporte nicht zum angenehmen Part des tierischen Zirkuslebens gehören, doch gehe man dabei sehr vorsichtig vor. "Nur unsere besten Fahrer steuern die Lkw", sagt sie, und auch sonst werde gut auf die Tiere geachtet. Bei über 40 Grad Celsius trete das Aeros-Ensemble nicht auf, wöchentlich kontrolliere ein Tierarzt Susis Verfassung. Und zugegeben: Sie macht einen gesunden Eindruck.

Ach übrigens: Spuckt das Lama Susi auch manchmal? "Nur wenn sie schlechte Laune hat", sagt Jaline Schmidt. "Dann aber fast zwei Meter weit."

Der Zirkus Aeros gastiert bis einschließlich Sonntag auf dem Festplatz an der Goldbachstraße in Oberlungwitz. Am Samstag, 18.30 Uhr ist Familientag, derEintritt kostet 10 Euro.

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