Der lange Weg zum schnellen Internet

Der Baudienstleister Eurovia bemüht sich um schnellen Datentransfer. Die Telekom reagiert aber verhalten.

Hohenstein-Ernstthal.

Für ein international agierendes Unternehmen wie die Eurovia ist der Zustand im neuen sächsischen Büro nicht angenehm: Aus einem Telekommunikationsanschluss quellen Leitungen aus der Wand. Und anders als bei den meisten Haushalten in der Stadt gibt es kein schnelles Internet. Letzteres erschwert die Arbeitsbedingungen sehr. "Es dauert zu lange, bis wir auf den Server in unserer Niederlassung in Leipzig zugreifen wollen", sagte Oberbauleiter Jürgen Melzer. "Das nervt!"

Eurovia ist spezialisiert auf Verkehrswegebau. Das Leistungsspektrum reicht von der Rohstoffgewinnung sowie der Produktion und dem Recycling von Straßenbaumaterialien über die Projektplanung und die ganzheitliche Bauausführung bis hin zur Bewirtschaftung und Instandhaltung von Infrastrukturen. In Deutschland werden etwa 3500 Mitarbeiter beschäftigt und in etwa jährlich 1600 Baustellen betreut.

Im Mai vergangenen Jahres hat das Unternehmen die Räumlichkeiten in der Hinrich-Wichern-Straße mit 24 Mitarbeitern bezogen. Bereits Monate davor hatte sich Eurovia bei der Telekom um eine Überarbeitung des Anschlusses bemüht und alle dafür notwendigen Anträge eingereicht. Getan hat sich trotz mehrmaliger Nachfrage bisher wenig. Dabei hatten Stadtverwaltung und Telekom erst im Oktober 2018 verkündet, dass die Stadt nun gut vernetzt ist und die letzten 23 der insgesamt vom Ausbau betroffenen 88 Verteiler im Bereich des Ortsnetzes in Betrieb gegangen sind. "Nur die Kommune, die eine moderne digitale Infrastruktur besitzt, ist auch attraktiv für Familien und Unternehmen", sagte damals Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU).

Mitte November bekam Eurovia dann doch überraschend Besuch von einem Mitarbeiter der Telekom in Chemnitz. Einen möglichen Termin stellte er dabei nicht in Aussicht. "Freie Presse" wollte den Grund dafür wissen. Zunächst jedoch war der Mitarbeiter weder auf Festnetz noch mobil erreichbar. Das kann in der Vorweihnachtszeit durchaus passieren. Schließlich glückte ein Telefonat zu Jahresbeginn. Doch anstatt einer Auskunft gab es nur wortgewaltiges Unverständnis. Die Telekomzentrale in Bonn teilte danach mit, dass ein schneller Anschluss möglich ist. "Wir bieten der Firma Eurovia sehr gerne einen schnelleren Anschluss an, technisch ist dies laut unseren Systemen machbar", teilte ein Sprecher mit. "Das kann schon morgen losgehen." Geschwindigkeit und Hausanschluss seien jedoch getrennt voneinander zu betrachten. "Im März soll der Anschlusspunkt im Gebäude von außen nach innen verlegt werden", heißt es weiter.

Trotz der Zusage, dass schnelles Internet binnen kurzer Zeit installiert werden könnte, haben sich die Arbeitsbedingungen für Eurovia bislang nicht verändert. "Es hat sich keiner gemeldet und es hat sich auch nichts getan", meinte Melzer.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...