"Deutscher Krug" kommt weg

Das nächste historische Gebäude wird in Hohenstein-Ernstthal abgerissen. Private Eigentümer lassen viel verfallen.

Hohenstein-Ernstthal.

Das Gebäude wurde errichtet, da war an die Vereinigung der beiden Städte Hohenstein und Ernstthal noch lange nicht zu denken. Es steht seit 1851, die Fusion der beiden Orte erfolgte rund 50 Jahre später. Jetzt kommt der "Deutsche Krug" an der Herrmannstraße und damit ein Stück Ortsgeschichte weg.

Das hat der Stadtrat beschlossen. Der Grund: der miserable Zustand des einst bekannten Gasthofes, in dem die halbe Stadt verkehrte. Das Haus ist inzwischen so verfallen, dass aus Sicherheitsgründen Teile des Fußweges abgesperrt werden mussten. Der Beschluss im Stadtrat war notwendig geworden, weil die Stadtverwaltung für den Abriss des "Deutschen Kruges" Fördermittel beantragen will. Der Abriss des Hauses mit dem markanten Balkon über dem Eingang kostet 80.000 Euro. Die Kommune rechnet mit 90 Prozent Fördermitteln, sodass sich die Abrisskosten nach Lage der Dinge in Grenzen halten.

Bauamtsleiter Ulrich Weber: "Wir haben in der Stadt ein großes Problem. Es gibt private Eigentümer, die an ihren Häusern nichts machen." Der "Deutsche Krug", der schon lange leersteht, war erst vor vier Jahren von einem privaten Eigentümer ersteigert worden. Doch das Haus verfiel weiter. So griff jetzt die Stadt ein. Sie nahm an einer Zwangsversteigerung teil und erwarb das Gebäude für das Mindestgebot von 500 Euro. Jetzt kann sie es abreißen. Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) kündigte auf der Ratssitzung an, dass auf dem Gelände eine Grünfläche angelegt werden soll.

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